Aktualisiert 24.08.2009 11:03

Applikationen

20 Prozent der Apps werden abgelehnt

Erstmals hat Apple Details zum Aufnahmeprozess seines App Stores bekannt gegeben. Damit reagiert das Unternehmen auf Willkür-Vorwürfe.

von
hst

Wie 20 Minuten Online berichtete, hatte Apple die Applikation für «Google Voice» nicht in seinen App Store aufgenommen, weil sie in Konflikt mit den Kernfunktionen des iPhones stehe. Mit Googles Tool können Nutzer günstigere Ferngespräche als über ihren Provider führen und sind ausserdem auf allen Geräten unter einer Nummer erreichbar.

Daraufhin war die zuständige US-Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (F.C.C.) eingeschritten, der Apple nun in einem öffentlichen Brief antwortete. Demnach sei die finale Entscheidung über die Aufnahme von «Google Voice» noch nicht gefallen. Treibende Kraft sei der US-Provider AT&T gewesen, mit dem Apple Verträge habe, in denen stehe, dass man die Nutzung bestimmter Dienste nicht ohne das Einverständnis des Unternehmens gestatten dürfe. Hintergrund ist, dass der Anbieter Umsatzeinbussen befürchtet.

Erstmals gab Apple überdies einige Details zum Aufnahmeprozess preis. So erhalte man pro Woche etwa 8 500 neue Apps und Updates für bereits erhältliche. Apple beschäftigt nach eigenen Angaben 40 Mitarbeiter, von denen jeweils zwei eine Applikation kontrollieren. Rund 20 Prozent der kleinen Programme würden nicht so zugelassen wie sie eingeliefert wurden. Die meisten würden wegen Qualitätsmängeln abgelehnt. Ihre Entwickler erhielten aber technisches Feedback, so Apple.

Damit reagiert Apple auf Vorwürfe, der Aufnahmeprozess sei intransparent: Immer wieder hatte es Beschwerden gegeben, dass Apps aus fadenscheinigen Gründen nicht akzeptiert worden seien. So war beispielsweise im Mai 2009 die Applikation der US-Band Nine Inch Nails abgelehnt worden, weil sie anstössige Songtexte enthalten sollte, wie die Los Angeles Times berichtete.

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