Migration: 20 Prozent mehr Asylgesuche im November
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Migration20 Prozent mehr Asylgesuche im November

Die Zahl der Asylgesuche hat in der Schweiz im November den Jahreshöchststand erreicht. 2566 neue Gesuche wurden registriert, 19,8 Prozent mehr als im Oktober 2011.

Aslyzentrum Chiasso: Im Vergleich mit 2010 kamen 41 Prozent mehr Asylsuchende in die Schweiz.

Aslyzentrum Chiasso: Im Vergleich mit 2010 kamen 41 Prozent mehr Asylsuchende in die Schweiz.

Gemäss Darstellung des Bundesamtes für Mitgration (BFM) vom Freitag kamen im November die meisten Asylsuchenden aus Tunesien, Eritrea und Serbien. Tunesier und Tunesierinnen reichten 321 Asylgesuche ein, 45 oder 16,3 Prozent mehr als im Oktober. 288 stammten von Menschen aus Eritrea (16,1 Prozent mehr als im Oktober) und 278 von Serbinnen und Serben (159,8 Prozent mehr als im Oktober).

Die meisten asylsuchenden Menschen aus Serbien seien Roma, hält das BFM fest. Ihre Gesuche würden in den meisten Fällen abgelehnt.

Weitere wichtige Herkunftsländer sind Nigeria (220 Gesuche), Syrien (114) und Afghanistan (94). Im November konnten 357 (Oktober: 351) Personen in einen anderen Dublin-Staat überstellt werden, davon 247 nach Italien.

Plus 41 Prozent

Nachdem die Zahl der neuen Asylgesuche während mehrerer Monate relativ stabil geblieben war, stieg sie im vergangenen September um 18 Prozent und im Oktober um 4,9 Prozent an.

Im Zeitraum Januar bis November 2011 gingen insgesamt 20 016 neue Asylgesuche ein. Das sind 41,5 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Jahres 2010, wie BFM-Sprecher Michael Glauser auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mitteilte. In den ersten elf Monaten 2010 waren 14 149 Asylgesuche eingereicht worden.

Mehrere zusätzliche Unterkünfte an verschiedenen Orten wurden seither eröffnet oder sollen in den nächsten Wochen bereitgestellt werden. An verschiedenen Orten stossen diese Pläne auf Widerstand in der Bevölkerung, beispielsweise in Bettwil AG.

SVP spricht von Arbeitsverweigerung

Die heute veröffentlichten Asylzahlen bis Ende November 2011 zeigten ein erschreckendes Bild, hält die SVP fest. Noch vor Ende Jahr liege die Zahl der Asylgesuche bei über 20 000, so hoch wie zuletzt während der Ära Metzler vor rund zehn Jahren.

Doch für Bundesrat und Parlament seien die rekordhohen Zahlen offenbar kein Grund zur Beunruhigung, findet die SVP. Das Büro des Nationalrates verweigerte gestern einem SVP-Vorstoss, der im Parlament eine dringliche Debatte zur Asylproblematik gefordert hatte, die Dringlichkeit. «Der Umgang mit der immer stärker aus dem Ruder laufenden Asylproblematik durch die Politik grenzt damit zusehends an Arbeitsverweigerung», meint die SVP. (sda)

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