23.07.2020 09:47

Pilotstudie der BFU

20 tödliche Unfälle pro Jahr, weil Autofahrer zu schnell unterwegs sind

Jeder Dritte ist mit dem Auto oder dem Töff zu schnell unterwegs. Die BFU wertete Daten von 16 Millionen Fahrzeugen aus.

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Auf Autobahnen hält sich jeder Dritte nicht ans Tempolimit.

Auf Autobahnen hält sich jeder Dritte nicht ans Tempolimit.

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Innerorts fuhren bei Tempo 30 gar über die Hälfte der Lenkerinnen und Lenker schneller als erlaubt. Autos waren auf diesen Strecken in den Landesteilen ähnlich schnell unterwegs.

Innerorts fuhren bei Tempo 30 gar über die Hälfte der Lenkerinnen und Lenker schneller als erlaubt. Autos waren auf diesen Strecken in den Landesteilen ähnlich schnell unterwegs.

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Wie die BFU weiter schreibt, liessen sich jährlich mehr als 20 tödliche Unfälle vermeiden, wenn sich alle Lenkerinnen und Lenker von Motorfahrzeugen an die Tempolimiten halten würden.

Wie die BFU weiter schreibt, liessen sich jährlich mehr als 20 tödliche Unfälle vermeiden, wenn sich alle Lenkerinnen und Lenker von Motorfahrzeugen an die Tempolimiten halten würden.

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Darum gehts

  • Innerorts und auf der Autobahn fahren viele Schweizer schneller als erlaubt.
  • Die Hälfte der Verkehrsteilnehmer missachtet Tempo 30.
  • Wenn sich alle ans Tempolimit halten würden, liessen sich laut BFU viele Unfälle verhindern.

Innerorts und auf Autobahnen ist in der Schweiz jeder Dritte mit Auto oder Motorrad zu schnell unterwegs. Besonders Motorradlenkerinnen und -lenker drehen den Gasgriff gerne auf. Das fand die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) heraus.

Die BFU erhob die Daten in einer umfassenden Pilotstudie, wie sie am Donnerstag mitteilte. Bisher fehlten verlässliche Angaben. Die Stelle wertete Daten von über 16 Millionen Fahrzeugen auf 211 Strassenabschnitten aus.

Dabei stellte sich heraus, dass sich ausserorts eine klare Mehrheit an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 Kilometern pro Stunde hielt. Innerorts oder auf Autobahnen wurden die Tempolimiten hingegen von jedem dritten Fahrzeug überschritten. Ausserorts war dies nur bei jedem sechsten der Fall.

Hälfte missachtet Tempo 30

Innerorts fuhren bei Tempo 30 gar über die Hälfte der Lenkerinnen und Lenker schneller als erlaubt. Autos waren auf diesen Strecken in den Landesteilen ähnlich schnell unterwegs.

Bei den Motorradfahrerinnen und -fahrern zeigten sich hingen regionale Unterschiede: Während in der Westschweiz und im Tessin 55 Prozent zu schnell fuhren, waren es in der Deutschschweiz 72 Prozent. Über alle Tempolimiten gesehen zeigte sich, dass Motorräder durchschnittlich etwas schneller fuhren als Autos.

Wie die BFU weiter schreibt, liessen sich jährlich mehr als 20 tödliche Unfälle vermeiden, wenn sich alle Lenkerinnen und Lenker von Motorfahrzeugen an die Tempolimiten halten würden. Und 300 schwere Verletzungen liessen sich ebenfalls verhindern.

Erhebliches Präventionspotenzial

Nach den verschiedenen Limiten aufgeschlüsselt zeigt sich das grösste Präventionspotenzial von zehn Toten auf Strassen mit Höchstgeschwindigkeit 80. Dahinter folgen die Tempo-50-Zonen mit acht Opfern und 182 Schwerverletzten pro Jahr weniger.

Die BFU schlägt als Mittel gegen Tempoüberschreitungen neben Polizeikontrollen bauliche Massnahmen und Geschwindigkeitsassistenten an möglichst vielen Fahrzeugen vor.

Demnach sollten Strassen so gestaltet sein, dass schon ihr Erscheinungsbild erklärt, welches Tempo gilt. Ausserorts sollte ein gleichmässiges Tempo möglich sein und feste Objekte vom Strassenrand entfernt werden.

(SDA)

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88 Kommentare
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Friederich Schiller

24.07.2020, 08:03

Die Tempolimiten in diesem Land sind viel zu hoch. Auf den Autobahnen höchstens 80, ausserorts 50 und innerorts 30. Man meinte, dies sollte so genügen. Im Gegenzug müssten dafür die Strafen angehoben werden.

Die Lösung

23.07.2020, 13:43

Autos verbieten. Die fehlenden Einnahmen können via Mehrwertsteuer reingeholt werden.

Schweigepflicht

23.07.2020, 13:40

Die Unfälle sind nicht das Problem sondern der Zwang der über die letzten 35 Jahre auf der Strasse entstanden ist. Blitzer, Angurtpflicht und noch vieles mehr wo früher auf Selbstverantwortung gesetzt wurde. Coronazwangsmassnahmen fordern wesentlich mehr Tote und zwar für die nächsten 500 Jahre hat es schon einmal Vorsprung. Wie nannte man früher so etwas? DIKTATUR und wie nennt man es heute? DEMOKRATIE die den Bürgern etwas "Gutes" möchte und sie deshalb zu allem zwingt. Aus der Eigenverantwortung und Meinungsfreiheit wurde in den letzten 35 Jahren ein Gefängnis wo alles unterbunden wird und von Zwangsmassnahmen übersäät ist. Viele Bürger erkennen die Melodie nicht warum sie es auch noch gut finden.