Terror in Pakistan20 Tote bei Doppelanschlag
Zwei Selbstmordattentäter haben bei einem Anschlag in der pakistanischen Provinzhauptstadt Quetta mindestens 18 Menschen mit in den Tod gerissen. Vor zwei Tagen wurde ein ranghohes El-Kaida-Mitglied verhaftet.

Bei einem Doppel-Selbstmordanschlag kamen mindestens 20 Menschen ums Leben. Anschlagsziel war die die Familie des Vize-Chefs der örtlichen Grenztruppen.
Zwei Tage nach der Festnahme eines ranghohen El-Kaida-Mitglieds in Pakistan haben zwei Selbstmordattentäter bei einem Doppelanschlag auf die an dem Einsatz beteiligten Sicherheitskräfte mindestens 18 Menschen mit in den Tod gerissen. Über 30 Menschen seien verletzt worden.
Nach Angaben der Polizei richtete sich die Tat gegen die Familie des Vize-Chefs der paramilitärischen Grenztruppen in der südwestlichen Provinzhauptstadt Quetta. Unter den Toten seien dessen Frau sowie zwei Kinder.
Zunächst habe eine Autobombe ein Loch in die Mauer an der Residenz des Vize-Kommandeurs der Grenztruppen gesprengt, sagte Polizeioffizier Hamid Shakil. Anschliessend sei ein weiterer Selbstmordattentäter auf das Gelände vorgedrungen.
Dieser habe zwei Granaten geworfen und dann in dem Haus seinen Sprengstoffgürtel gezündet. Der Vize-Kommandant sei bei dem Angriff verletzt worden. Seine Frau sowie zwei Kinder kamen demnach ums Leben. Unter den 32 Verletzten seien mehrere Familienmitglieder des Vize-Kommandanten.
Die Grenztruppe war am Montag an der Festnahme des ranghohen El- Kaida-Mitglieds Junis el Mauretani beteiligt gewesen. Mauretani war in einem Vorort von Quetta in einer mit den USA abgestimmten Aktion gefasst worden.
Nach Angaben der pakistanischen Armee soll er an mehreren Aktionen des Terrornetzwerks beteiligt gewesen sein. So habe er auf Anweisung des mittlerweile getöteten El-Kaida-Führers Osama bin Laden Anschläge auf Pipelines und Staudämme in den USA sowie auf Öltanker und Schiffe in internationalen Gewässern geplant.
Das Haus des Vize-Kommandanten der Grenztruppen liegt in unmittelbarer Nähe zu einigen Gebäuden der Regionalregierung und anderen Residenzen. Quetta ist die Hauptstadt der an Iran und Afghanistan grenzenden Provinz Baluchistan.
Dort hat die Gewalt in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In der Provinz kämpfen seit langem ethnische Gruppen gegen die Zentralregierung in Islamabad. Zudem gilt die Region als Rückzugsgebiet für die radikalislamischen Taliban.
(sda)