«Situation war beängstigend»: 20 Vermummte greifen Malmö-Fans an
Aktualisiert

«Situation war beängstigend»20 Vermummte greifen Malmö-Fans an

Am St.Galler Bahnhof kam es laut einem Leser-Reporter zu einem Grosseinsatz der Polizei. Dies im Nachgang zum Fussballspiel Lugano – Malmö.

von
mon/jeb
1 / 5
Leser-Reporter Y.L. konnte am Donnerstagabend einen Grosseinsatz der Polizei in der Stadt St.Gallen beobachten.

Leser-Reporter Y.L. konnte am Donnerstagabend einen Grosseinsatz der Polizei in der Stadt St.Gallen beobachten.

Leser-Reporter
«So viel Action habe ich an einem Donnerstagabend nicht erwartet», so der 17-Jährige.

«So viel Action habe ich an einem Donnerstagabend nicht erwartet», so der 17-Jährige.

Leser-Reporter
Er war nach einem Treffen mit einer Kollegin in der St.Galler Innenstadt auf dem Weg nach Hause und wartete beim Bahnhof auf den Zug: «Plötzlich hörte ich ein Geschrei und sah 20 bis 30 Männer vom Busplatz her in meine Richtung rennen.»

Er war nach einem Treffen mit einer Kollegin in der St.Galler Innenstadt auf dem Weg nach Hause und wartete beim Bahnhof auf den Zug: «Plötzlich hörte ich ein Geschrei und sah 20 bis 30 Männer vom Busplatz her in meine Richtung rennen.»

google maps

«So viel Action habe ich an einem Donnerstagabend nicht erwartet», sagt Y. L.* Der 17-Jährige war nach einem Treffen mit einer Kollegin in der St.Galler Innenstadt auf dem Weg nach Hause und wartete beim Bahnhof auf den Zug: «Plötzlich hörte ich ein Geschrei und sah 20 bis 30 Männer vom Busplatz her in meine Richtung rennen.»

Laut L. traf zur selben Zeit auch gleich die Polizei ein: «Aus den zwei Wagen sprangen etwa 14 Polizisten in Vollmontur raus und rannten den jungen Männern hinterher. Kurz darauf kamen vier weitere Fahrzeuge mit Verstärkung.»

«Die Polizei bat uns, den Ort zu verlassen»

Doch trotz der Polizei vor Ort beruhigte sich die Situation nicht: «Sie riefen und schrien irgendetwas.» Für die Beamten sei es keine einfache Situation gewesen, so L.: «Sie versuchten, die Männer auseinanderzuhalten. Die ganze Situation war mega beängstigend.»

Wie der 17-Jährige sagt, gelang es den Polizisten schliesslich, etwa sechs bis acht junge Männer an die Wand zu stellen und zu durchsuchen. Was danach geschah, weiss L. aber nicht: «Die Polizei bat uns, den Ort zu verlassen.»

Rund zwanzig Vermummte gehen auf Malmö-Fans los

Bei der Stadtpolizei St.Gallen bestätigt man den Einsatz. Wie Sprecher Dionys Widmer auf Anfrage sagt, wurden beim Bahnhof Personen angehalten, weil ein Bus mit Malmö-Fans im Bereich der St.-Leonhard-Strasse durch Unbekannte mit Flaschen beworfen wurde. Darauf wurden am Bahnhof mehrere Personen kontrolliert, dabei sei auch eine Person zu Boden geführt worden. Bei einem Mann aus Malmö wurde eine Sturmmaske sichergestellt.

Am Bahnhof gab es laut Polizei keine Auseinandersetzung, hingegen kam es gegen 22 Uhr in der Brühlgasse zu einer Schlägerei, bei der drei Personen aus Malmö verletzt wurden. Diese wurden laut Polizei von gegen 20 vermummten Personen angegriffen. «Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Vermummten zur Fangruppe von Lugano zählen», sagt Widmer. Weshalb es zur Auseinandersetzung kam und zu welcher Gruppierung die Vermummten gehören, sei unklar.

Fans aus Malmö feiern vor Europa-League-Spiel

Fans des Fussballclubs aus dem schwedischen Malmö feiern am Donnerstag (7.11.2019) in St. Gallen vor dem Europa-League-Spiel gegen Lugano.
(Video: maw)

Fans des Fussballclubs aus dem schwedischen Malmö feiern am Donnerstag (7.11.2019) in St. Gallen vor dem Europa-League-Spiel gegen Lugano. Video: maw

Kein Gewaltpotenzial erwartet

Im Vorfeld habe die Polizei nicht mit Auseinandersetzungen gerechnet. «Wir gingen von einem ruhigen Abend aus.» Probleme hätte man eher im Verkehrsbereich erwartet, da keine Extrazüge zur Anreise zur Verfügung standen.

Der Match zwischen Lugano und dem schwedischen Malmö endete am Donnerstagabend 0:0. Im Stadion waren 1875 Zuschauer. Das Spiel wurde in St. Gallen ausgetragen, weil das Stadion in Lugano nicht den Anforderungen der Uefa genügt.

*Name der Redaktion bekannt

Deine Meinung