Aktualisiert 22.04.2014 07:23

Bewerbung200'000 Franken für die besten Businessideen

So viel Startkapital für ein Schweizer Jungunternehmen gabs noch nie. Wer eine clevere Geschäftsidee hat, kann vier Preise à je 50'000 Franken gewinnen.

von
cls
Die letztjährigen Gewinner des Projekt Dolfinos mit Professor Michael J. Weiner (ganz links im Bild) des Start-ups-Award 2013. (Bild. startups.ch)

Die letztjährigen Gewinner des Projekt Dolfinos mit Professor Michael J. Weiner (ganz links im Bild) des Start-ups-Award 2013. (Bild. startups.ch)

Ein Modelabel, das das kleine Schwarze für alle Lebenslagen zelebriert, ein Bauchimplantat für Krebspatienten und eine revolutionäre Geigenhalterung: Das sind nur drei der in den letzten Jahren ausgezeichneten Start-up-Projekte.

Die Schweiz ist bezüglich Innovationen ein fruchtbares Land. Innovationen sind wichtig, zeugen sie doch vom vielzitierten Schweizer Unternehmergeist und fungieren oft als Motor der Wirtschaft, wie Nestlé-Präsident Peter Brabeck unlängst an einer Veranstaltung der ETH sagte.

So viele Firmengründungen wie noch nie

2013 wurden erstmals über 40'000 Unternehmen neu im Schweizer Handelsregister eingetragen. Die exakt 40'829 Neueinträge entsprechen einem Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Rekord. Dass immer mehr Jungunternehmer den Schritt in die Selbständigkeit wagen, ist nach Michele Balsucci, CEO von Startups.ch, auch dem positiveren Arbeitsmarkt zu verdanken.

Noch einen Schritt von der Firmengründung entfernt sind die Kandidaten für die Swiss-Start-ups-Awards 2014. Zwei Voraussetzungen müssen die Bewerber und Bewerberinnen erfüllen: Ihre Geschäftsidee lässt sich laut eingereichtem Businessplan mit einem Startkapital von maximal einer Million Franken umsetzen und die Firma ist noch nicht gegründet worden.

Riesiges Marktpotential

Eliane Diethlem und Joanna Skoczylas konnten ihr Label Little Black Dress (LBD) an den Mercedes Benz Fashion Days 2013 einem grösseren Publikum vorstellen. Das Ringimplantat Koring des Zürcher Chirurgen Philipp Kirchhoff wurde mittlerweile patentiert, seine Firma kümmert sich um Vertrieb und Vermarktung. Der letztjährige Swiss-Start-ups-Gewinner ging an das Projekt des Ostschweizer Professors für Musiktherapie, Michael Weiner. Dessen Nackenstütze Dolfinos hilft Geigern bei Nackenproblemen.

«Die Firmengründung ist innert Kürze vorgesehen», sagt Walter Regli von Startups.ch. Das Patent sei bereits angemeldet. Die Stütze soll laut Weiner bei Geigern gesundheitlichen Schäden an der Wirbelsäule, hervorgerufen durch die typische Geigerhaltung, vorbeugen. Das Marktpotential wird von Jury-Mitglied Andy Rihs als «riesig» eingeschätzt: Weltweit gäbe es rund zehn Millionen Geigen- und weitere zwei Millionen Violinenspieler.

Auf die Sieger warten total 200'000 Franken

Bis zum 30. Juni 2014 haben Jungunternehmer und Jungunternehmerinnen in der ganzen Schweiz die Möglichkeit, ihren Businessplan in Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch unter www.swiss-startups-awards.ch einzureichen.

Anschliessend werden die eingereichten Vorschläge zunächst von Businessplanexperten der Firma Startups.ch evaluiert. Die jeweils besten 5-6 Projekte dürfen ihre Idee vor einer Fachjury und anschliessend vor einer renommierten Expertenjury mit namhaften Unternehmern wie Andy Rihs (Phonak, BMC) und Jean-Claude Biver (Hublot, LVMH) präsentierten. Für Geschäftsideen, die es knapp nicht geschafft haben, werden weitere Preise in Form von Startups.ch-Gutscheinen für die Firmengründung vergeben.

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