Aktualisiert 20.10.2011 11:44

Prekäre Verhältnisse200 000 in Nordkoreas Lagern inhaftiert

Satellitenaufnahmen beweisen, dass die nordkoreanischen Straflager in den letzten zehn Jahren deutlich grösser geworden sind. Die UNO fordert die sofortige Freilassung der Gefangenen.

Satellitenbilder von Nordkoreas Häftlingslager Nummer 16 in Hwasong.

Satellitenbilder von Nordkoreas Häftlingslager Nummer 16 in Hwasong.

Die Zahl der Lagerinsassen in Nordkorea ist seit 2001 auf bis zu 200 000 angestiegen, schätzt der UNO-Sonderberichterstatter für Nordkorea, Marzuki Darusman, in seinem letzten Bericht. Dieser soll am Donnerstag der UNO-Vollversammlung vorgelegt werden. In einigen Lagern seien die Menschen nur deshalb inhaftiert, weil sie Angehörige von anderen Gefangenen seien. Darusman forderte die nordkoreanischen Behörden auf, «die politischen Gefangenen schnell freizulassen».

Zugleich wies der UNO-Sonderberichterstatter auf die «kritische» Versorgungslage der nordkoreanischen Bevölkerung hin. Die internationale Lebensmittelhilfe für Nordkorea gehe zurück, das Land stehe vor einer ernsten und anhaltenden Lebensmittelknappheit.

Nach den verfügbaren Informationen reichten die Zuteilungen durch die Behörden nicht einmal aus, um die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs von 68 Prozent der Bevölkerung des 16-Millionen-Einwohner-Landes zu decken, sagte Darusman in New York.

Mehr Flüchtlinge

Auch die Zahl der Flüchtlinge aus Nordkorea nimmt stetig zu. Während im Jahr 2004 noch 40 Menschen aus der stalinistisch regierten Republik in Thailand Asyl suchten, seien es im vergangenen Jahr schon 2482 gewesen, sagte Darusman. Zwischen Januar und April diesen Jahres seien es bereits 870 Asylsuchende gewesen.

Nordkorea hat, abgesehen von einem kurzen Stück zu Russland und der streng bewachten Demarkationslinie zum Erzfeind Südkorea, nur eine Grenze zu China. Laut Darusman müssen sich die Flüchtlinge durch mehrere Länder durchschlagen und gleich mehrere Grenzen überwinden.

Thailand sei eines der wenigen Länder, das die Flüchtlinge aufnehme und sie auch registriere. Deshalb müsse mit einer hohen Dunkelziffer in anderen Ländern gerechnet werden. Er sei sehr besorgt wegen der Entwicklung, sagte der Indonesier. (sda)

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