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Rückwirkende Quarantäne200 Briten verschwinden über Nacht aus Verbier

Rund die Hälfte der britischen Touristen, die in Quarantäne sein sollten, ist aus Verbier abgereist. Die Gemeinde fühlt sich vom Bund und dem Kanton im Stich gelassen.

von
Claudia Steiger
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Von zahlreichen englischen Touristen verlassen: das Dorf Verbier.

Von zahlreichen englischen Touristen verlassen: das Dorf Verbier.

REUTERS
Von den 400 betroffenen, englischen Touristen, die in Quarantäne hätten sein sollen, ist die Hälfte in einer Nacht- und Nebelaktion abgereist.

Von den 400 betroffenen, englischen Touristen, die in Quarantäne hätten sein sollen, ist die Hälfte in einer Nacht- und Nebelaktion abgereist.

AFP
In Verbier gilt seit letztem Montag für britische Gäste eine strikte Quarantäneregelung. 

In Verbier gilt seit letztem Montag für britische Gäste eine strikte Quarantäneregelung.

AFP

Darum gehts

  • Rund 400 englische Touristen sollten ihre Ferien in Verbier in Quarantäne verbringen.

  • Der Bund hatte am Montag wegen der Virus-Mutation entsprechende Massnahmen angeordnet.

  • Nun ist rund die Hälfte der Briten heimlich aus dem Dorf abgereist.

Am Montag hat der Bund wegen der Mutation des Coronavirus für Einreisende aus England eine rückwirkende Quarantäne verhängt. Dies hatte insbesondere für den Walliser Skiort Verbier Konsequenzen. Wie die «SonntagsZeitung» (Bezahlartikel) berichtet, hat von den 400 betroffenen, englischen Touristen, die der Gemeinde bekannt sind, die Hälfte das Dorf in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen – vor Ablauf der Quarantänefrist.

«Viele von ihnen blieben einen Tag in Quarantäne, bevor sie unbemerkt im Schutz der Dunkelheit aufbrachen», sagte Jean-Marc Sandoz, Kommunikationsbeauftragter der Walliser Gemeinde Bagnes, zu der Verbier gehört. Aufgefallen ist den Hoteliers die heimliche Abreise erst, weil ihre Anrufe in die Quarantänezimmer wiederholt unbeantwortet blieben oder die vor den Zimmern deponierten Mahlzeiten nicht angerührt worden waren.

Wohin die Touristen verschwunden sind, ist unklar – Flüge zwischen der Schweiz und Grossbritannien gab es zu diesem Zeitpunkt keine. «Das war die schlimmste Woche, die unsere Gemeinde je erlebt hat», so Sandoz. Die Gemeinde fühle sich vom Bund und dem Kanton im Stich gelassen und das in einer «nie dagewesenen Situation».

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