Aktualisiert 28.08.2014 09:19

Mysteriöse Krankheit200 Mädchen fallen immer wieder in Ohnmacht

Zahlreiche Mädchen im Teenager-Alter sind in einer Kleinstadt im Norden Kolumbiens an einer mysteriösen Krankheit erkrankt. Ist eine Gebärmutterhalskrebs-Impfung schuld daran?

Rund 200 Mädchen leiden in Kolumbien an einer unerklärlichen Krankheit.

Rund 200 Mädchen leiden in Kolumbien an einer unerklärlichen Krankheit.

Mehr als 200 Mädchen in Kolumbien leiden an Kopfschmerzen sowie Taubheitsgefühlen in den Händen und verlieren immer wieder das Bewusstsein. Eltern befürchten, es könnte sich um eine allergische Reaktion auf eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs handeln. Alle Mädchen waren in den vergangenen Monaten mit dem Impfstoff Gardasil des amerikanischen Herstellers Merck geimpft worden.

Gesundheitsexperten weisen Spekulationen über den Impfstoff zurück und warnen vor einer Massenhysterie. Die Impfungen seien sicher. Zugleich kritisieren sie die kolumbianischen Medien, weil diese unbegründete Ängste schürten. Gesundheitsminister Alejandro Gaviria verwies darauf, dass bislang 2,9 Millionen Frauen in Kolumbien mit dem Serum geimpft worden seien. Eine Merck-Sprecherin betonte, dass alle Lieferungen für Kolumbien die nötigen Qualitäts- und Sicherheitstandards erfüllt hätten.

Gesundheitssystem zusammengebrochen

Nach Aussage des Bürgermeisters von El Carmen de Bolívar, Francisco Vega, traten die ersten Fälle im Mai auf. Seitdem habe es eine stetige Zunahme gegeben. Allein über das vergangene Wochenende seien 120 Mädchen mit möglichen Symptomen in die Spitäler geströmt und hätten so einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung verursacht. In keinem Fall seien die Symptome lebensbedrohlich gewesen, alle Mädchen seien inzwischen wieder entlassen worden.

Blutuntersuchungen sollen nun weiteren Aufschluss über die Krankheit bringen. Ergebnisse werden in etwa einer Woche erwartet. (sda)

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