Aktualisiert 15.05.2007 11:32

2000 Jahre Haft für Ekel-Arzt

Ein spanischer Narkosearzt ist zu fast 2000 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte 275 Patienten mit Gelbsucht infiziert, indem er bei Spitalpatienten dieselben Nadeln benutzte, mit denen er sich Drogen spritzte.

In der Zeit von 1988 bis 1997 waren in vier Spitälern in Valencia, in denen der Arzt Dienst tat, 275 Patienten mit Hepatitis C infiziert worden. Vier davon starben an den Folgen der Krankheit. Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus löst in den meisten Fällen eine chronische Erkrankung aus und kann zu schweren Leberschäden führen.

Der Mediziner wurde wegen Körperverletzung und fahrlässiger Tötung zu insgesamt 1933 Jahren Haft verurteilt. Davon muss er nach spanischem Recht höchstens 20 Jahre verbüssen. Ausserdem muss er den Opfern eine Entschädigung von insgesamt einer Million Euro zahlen.

Für die Zahlung muss nach dem Urteil des Gerichts notfalls auch das Gesundheitsministerium der Region Valencia aufkommen, das die Richter zivilrechtlich für mitverantwortlich erklärten.

Der Arzt bestritt die Vorwürfe der Anklage. Er habe keine Drogen genommen und bis 1998 gar nicht gewusst, dass er an Hepatitis C leide, sagte er vor Gericht. Sein Anwalt kündigte Berufung an.

(sda)

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