Berlin: 2000 Personen wegen Corona-Mutation in Spital in Quarantäne
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Berlin2000 Personen wegen Corona-Mutation in Spital in Quarantäne

Nachdem in einer Klinik in Berlin mindestens 20 Fälle der britischen Coronavirus-Variante nachgewiesen wurden, befinden sich 2000 Patienten und Mitarbeiter in Quarantäne. Das Spital hat einen Aufnahmestopp für neue Patienten erlassen.

von
Bianca Lüthy
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50 Corona-Infektionen wurden in der Humboldt-Klinik in Berlin nachgewiesen. 

50 Corona-Infektionen wurden in der Humboldt-Klinik in Berlin nachgewiesen.

Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
Darunter befinden sich mindestens 20 Fälle der britischen Virus-Variante. 

Darunter befinden sich mindestens 20 Fälle der britischen Virus-Variante.

Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
Die Klinik hat einen Aufnahmestopp für neue Patienten erlassen. 

Die Klinik hat einen Aufnahmestopp für neue Patienten erlassen.

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Darum gehts

  • In einer Klinik in Berlin hat es einen Corona-Ausbruch gegeben.

  • 50 Fälle von Covid-19 wurden registriert.

  • Darunter sollen sich mindestens 20 Nachweise der britischen Virus-Mutation befinden.

2000 Angestellte und Patienten einer Berliner Klinik befinden sich wegen eines Corona-Ausbruchs in Quarantäne. So wurden laut «Bild»-Zeitung 50 Corona-Infektionen in der Humboldt-Klinik nachgewiesen.

Da unter den Fällen auch die britische Virus-Mutation B.1.1.7 entdeckt wurde, hat das Spital am Freitag einen Aufnahmestopp für neue Patienten erlassen. Zurzeit werden in der Klinik in Berlin noch 400 Patienten behandelt. Bei Routine-Screenings wurden bei 20 Personen Mutationen festgestellt, bei 14 Patienten und 6 Angestellten.

Eine Sprecherin von Vivantes, dem kommunalen Krankenhausbetreiber der Klinik Humboldt, sagte gegenüber der Zeitung: «Patienten werden prinzipiell in allen Vivantes-Kliniken bei der Aufnahme auf das Corona-Virus getestet. Im Humboldt-Klinikum erhalten Patienten zudem zweimal wöchentlich einen PCR-Test.» Auch Mitarbeiter werden per PCR-Test auf Covid-19 getestet. Wie es zu den vielen Corona-Fällen in der Klinik kam, ist bislang nicht bekannt.

«Wäre eine Katastrophe für Berlin»

1700 Mitarbeiter des Spitals dürfen sich wegen des Corona-Ausbruchs nur noch zwischen Klinik und Wohnung bewegen. Seit Montag steht für Mitarbeiter ein Sammeltaxi zur Verfügung, nur im Notfall sollen Spitalangestellte die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Für die Angestellten der Humboldt-Klinik ist es keine einfache Situation. «Wir als Pfleger sind mittendrin, da machen wir uns auf jeden Fall Sorgen», so die 53-jährige Krankenschwester Elena Jerebtsov.

Gegenüber «Focus Online» sagte ein weiterer Klinik-Mitarbeiter, er mache sich Sorgen, ob er seine Familie mit der Mutation angesteckt haben könnte: «Hunderte meiner Kollegen waren in den letzten Tagen zu Hause bei ihren Familien, sie waren unterwegs, beim Einkaufen» Und auch vor einem Superspreading-Event, der die ganze Hauptstadt Deutschlands mit seinen 3,7 Millionen Einwohner betreffen könnte, sorge man sich. «Es könnte sich bald herausstellen, dass nicht nur 20, sondern vielleicht schon 200 oder noch viel mehr infiziert sind. Das wäre eine Katastrophe für uns – und für Berlin.»

Eine Patientin, die kurz vor dem Corona-Ausbruch in der Klinik behandelt wurde, erkundigte sich bei der Klinik, wie sie sich verhalten sollte: «Als ich am Sonntagabend im Krankenhaus angerufen habe, wurde ich nur ausgelacht», so die Frau. Man habe ihr gesagt, wenn sie Corona bekommen würde, hätte sie es sich beim Einkaufen und nicht in der Klinik geholt.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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