2000 Terroristen in Italien rekrutiert
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2000 Terroristen in Italien rekrutiert

Islamistische Terrorzellen haben in Italien in den letzten Jahren zirka 2000 Personen rekrutiert. Dies teilte der italienische Anti-Terror-Ermittler am Mittwoch in Rom mit.

In Italien seien mehrere Zellen aktiv, die islamistischen Terrorgruppen logistische Unterstützung sichern, indem sie Terroristen falsche Dokumente und Verbindungen zur organisierten Kriminalität verschafften, sagte der Anti-Terror-Ermittler Stefano Dambruoso.

Die Angst vor Attentaten ist nach dem Anschlag auf das italienische Hauptquartier in Nassiriya vor zwei Wochen besonders gross. Italien sei wegen des stark US-freundlichen Kurses der Regierung Berlusconi in die Schusslinie fundamentalistischer Gruppen geraten, hiess es aus Geheimdienstkreisen in Rom.

Die Kontrollen bei Bahnhöfen, Flugplätzen, U-Bahnen und öffentliche Gebäude wurden in den letzten Tagen drastisch verschärft. Befürchtet wurden Attentate anlässlich des Endes des Fastenmonats Ramadan.

Alle Einrichtungen, die in die «Schusslinie» möglicher Attentäter geraten könnten, sollen noch strenger bewacht werden, hiess es in Rom. Der Unterstaatssekretär des Innenministeriums, Alfredo Mantovano, dementierte jedoch Gerüchte, wonach die Geheimdienste konkrete Hinweise auf Anschlagspläne erhalten hätten.

Die zunehmenden Kosten für die Sicherheit belasten die Staatskassen immer mehr. Im Rahmen des Haushaltsgesetzes 2004 will die Regierung 200 Mio. Euro für Sicherheitsmassnahmen zur Verfügung stellen. Nach Angaben des römischen Innenministeriums seien jedoch mindestens 800 Mio. Euro notwendig, um dem Land minimale Sicherheitsstandards zu garantieren. (sda)

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