Aktualisiert 11.10.2005 22:42

200000 Kurden nach England geschleust

Die Operation trug den Codenamen Bluesky. Und wie ein Blitz aus heiterem Himmel schlug die britische Polizei gegen die Menschenschmuggler zu.

Bei der Grossaktion gegen den international tätigen Ring hat die Polizei bei Razzien in London und im nordenglischen Boston 19 Kurden festgenommen. Sie werden verdächtigt, bis zu 200000 Kurden aus der Türkei illegal nach Grossbritannien eingeschleust zu haben.

Wie Scotland Yard mitteilte, waren rund 200 Beamte an der Aktion gegen den «möglicherweise grössten Schleuserring in Europa» beteiligt. Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien und Dänemark hatten bei den Ermittlungen, die zwei Jahre dauerten, geholfen.

Die Ermittler vermuten auch den Anführer des Rings unter den Festgenommenen. «Wir haben ein umfangreiches kriminelles Netzwerk von Menschenschmugglern ausgehoben», sagte Scotland-Yard-Sprecher Tarique Ghaffur.

Die Opfer zahlten laut Polizei zwischen 3000 und 5000 Pfund (6700 und 11000 Franken) an die Menschenschmuggler, um über den Balkan nach Grossbritannien zu gelangen. Der Ring habe die Einnahmen zum Teil in Bars und Billardsäle investiert.

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