Liverpool: 200’000 Pfund Belohnung für Hinweise zum Mord an Olivia (9) ausgesetzt

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Liverpool200’000 Pfund Belohnung für Hinweise zum Mord an Olivia (9) ausgesetzt

Einen Monat nach dem tragischen Tod der kleinen Olivia, die durch einen Schuss aus dem Revolver eines Gangsters starb, ist der Fall noch immer ungeklärt. Nun wurde eine rekordhohe Belohnung für Hinweise ausgesetzt.

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Für Hinweise zur Täterschaft, die Olivia erschoss, wurden 200’000 Pfund ausgesetzt.

Für Hinweise zur Täterschaft, die Olivia erschoss, wurden 200’000 Pfund ausgesetzt.

crimestoppers-uk.org
Die neunjährige Olivia wurde vermutlich ein zufälliges Opfer eines Bandenkrieges in Liverpool.

Die neunjährige Olivia wurde vermutlich ein zufälliges Opfer eines Bandenkrieges in Liverpool.

Merseyside Police
Trotz immensem Aufwand konnte die Polizei den Fall noch nicht lösen.

Trotz immensem Aufwand konnte die Polizei den Fall noch nicht lösen.

Merseyside Police

Darum gehts

  • Am 22. August wurde die neun Jahre alte Olivia Pratt-Korbel getötet, als ein Verbrecher einen Mann in ein Privathaus verfolgte und sie dabei erschoss.

  • Trotz immensem Aufwand konnte die Polizei den Fall noch nicht lösen.

  • Nun wurde die Rekordsumme von umgerechnet 218’000 Franken als Belohnung für nützliche Hinweise ausgesetzt.

Nach dem gewaltsamen Tod eines neunjährigen Mädchens in England, das durch ein Projektil aus einem Revolver starb, soll eine ausgelobte Rekordbelohnung von 200’000 Pfund (218’000 Franken) bei der Suche nach dem Täter helfen. «Dieser Fall ist unglaublich schockierend, nicht nur für diejenigen, die direkt betroffen sind, sondern auch für die Stadt Liverpool und das ganze Land», sagte Michael Ashcroft, der Gründer der Organisation Crimestoppers, die sich für Verbrechensopfer einsetzt, am Mittwoch.

Ashcroft hatte zunächst 50’000 Euro Belohnung angekündigt. Als ein Privatmann die Summe auf 100’000 Pfund erhöhte, habe man den Betrag noch einmal verdoppelt, teilte Crimestoppers weiter mit. Der Chef der Organisation, Mark Hallas, versprach völlige Anonymität. «Wir bitten nur darum, dass Sie uns sagen, was Sie darüber wissen, wer Olivia Pratt getötet hat, damit ihre Mutter, ihre Familie, die Stadt Liverpool und alle, die von diesem wirklich schrecklichen Mord betroffen sind, langsam darüber hinwegkommen können», sagte Hallas.

Die Polizei gab zudem Details zu den verwendeten Waffen bekannt, wie BBC berichtet. So ist nun klar, dass Olivia von einem Geschoss Kaliber .38 aus einem Revolver getötet wurde. Der Täter besass aber auch eine 9mm-Glock-Pistole, die am selben Abend eingesetzt wurde. Die Waffe war zudem bereits in zwei früheren Schiessereien im Januar 2020 sowie am 8. August dieses Jahres verwendet worden.

Polizei geht von Bandenmord aus

Olivia war am 22. August erschossen worden, als ein Mann vor einem Schützen in das Haus des Mädchens flüchtete. Der Verfolger feuerte durch die halb geöffnete Tür, verletzte die Mutter der Neunjährigen am Handgelenk und traf Olivia tödlich in die Brust. Auch ihre Mutter wurde durch ein Projektil in die Hand getroffen, als sie versuchte, die Tür vor dem Angreifer zu schliessen. Der Verfolgte wurde schwer verletzt. Er ist ausser Lebensgefahr, aber wird weiter in einem Krankenhaus behandelt. Anschliessend soll der verurteilte Einbrecher wegen Verstosses gegen seine Haftauflagen hinter Gitter.

Der Täter ist aller Wahrscheinlichkeit nach Mitglied einer kriminellen Bande in Liverpool. Die Suche gestaltet sich äusserst schwierig, auch weil zahlreiche Menschen Angst vor persönlichen Problemen haben, falls sie mit der Polizei kooperieren. Bisher wurden neun Menschen im Zusammenhang mit der Tat festgenommen. Sie kamen aber alle gegen Auflagen wieder frei. 

Die Polizei verwendete laut ihren Angaben bereits 15’000 Einsatzstunden für die Aufklärung des Falls, führte 18 Razzien durch und ging 400 Hinweisen aus der Öffentlichkeit nach.

(DPA/trx)

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