2003: Bei 350 Katastrophen starben 20000 Menschen
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2003: Bei 350 Katastrophen starben 20000 Menschen

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re schätzt die bei 350 erfassten Katastrophen entstandenen finanziellen Schäden auf weltweit 65 Milliarden Dollar.

Gemäss Sigma-Studie der Swiss Re werden die Sachversicherungen durch die Katastrophen mit versicherten Schäden von insgesamt 17 Milliarden Dollar belastet, 15 Milliarden Dollar für Naturkatastrophen, zwei Milliarden für von Menschen verursachte Katastrophen. Die Summe ist zwar höher als 2002, dennoch dürfte 2003 kein Rekordjahr werden. Der Gesamtschaden von 65 Milliarden Dollar entspricht etwa dem längerfristigen Sigma-Mittelwert.

Die opferreichsten Katastrophen ereigneten sich im vergangenen Mai: Dem Erdbeben vom 21. Mai in Algerien fielen laut Sigma 2.286 Menschen zum Opfer, der Hitzewelle in Indien, die am 14. Mai begonnen hatte, 1.392 Menschen. Am 8. Juli kamen in Bangladesh 765 Personen beim Kentern einer Fähre um. In Bangladesh und Indien forderten Überschwemmungen und Erdrutsche in der zweiten Juni-Hälfte 650 Opfer. 453 Personen starben am 18. Februar bei einem Brandanschlag auf eine U-Bahn in Südkorea.

Die fünf grössten Versicherungsschäden entstanden in Nordamerika. Tornados in den USA richteten Anfang Mai Sachschäden von 3,2 Milliarden Dollar an; 45 Menschen starben. Der Hurrikan Isabel, der am 18. September in den USA und Kanada gewütet hatte, hinterliess Schäden von 1,7 Milliarden Dollar und forderte 36 Menschenleben. Anfang April entstanden in den USA durch Stürme, Schnee und Eis Schäden von 1,6 Milliarden Dollar. Bei den Wald- und Stadtbränden in Kalifornien vom Oktober mit 18 Toten gab es versicherte Schäden von 2,1 Milliarden Dollar. Bei technischen Grossschäden fielen Industriegrossbrände, Explosionen sowie Luft- und Raumfahrtschäden ins Gewicht. Terrorakte wie jene von Istanbul lassen sich laut Sigma durch die Opferzahl beziffern: Bei 15 Bombenanschlägen wurden 475 Menschen getötet und mehr als 2.000 weitere verletzt.

2003 bestätigte gemäss Sigma-Studie den seit den 1980-er Jahren anhaltenden Trend zu hohen versicherten Schäden. Dies gehe unter anderem auf die zunehmende Besiedlungsdichte, höhere Wertekonzentrationen und die Bebauung gefährdeter Gebiete zurück. Die Rekordschadensumme wurde 1992 mit 36 Milliarden Dollar erreicht, unter anderem wegen des Hurrikans Andrew. 2001, mit den Terroranschlägen vom 11. September in den USA, betrug die versicherte Schadensumme 35 Milliarden Dollar, jene von 1999 (Orkane Lothar und Martin) 34 Milliarden Dollar. (dapd)

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