Aktualisiert 05.03.2004 09:39

2003 ein Jahr der Rezession

Erstmals seit zehn Jahren ist die Schweizer Wirtschaft 2003 wieder in die Rezession zurückgefallen.

Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) bildete sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent zurück. Laut seco ist die Konjunkturerholung nun breiter abgestützt, obwohl es im vierten Quartal keine weitere Wachstumsbeschleunigung gab.

Für das gesamte vergangene Jahr resultierte trotz der Verbesserung der Konjunktur im zweiten Halbjahr noch ein Rückgang des BIP um 0,5 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Freitag in Bern bekannt gab. Letztmals war das Bruttoinlandprodukt 1993 geschrumpft, und zwar um 0,2 Prozent. Im Jahre 2002 war die Wirtschaft noch um minime 0,2 Prozent gewachsen.

Die Konjunktur hat sich aber auch in der Schweiz im zweiten Halbjahr 2003 belebt, wie es weiter heisst. Zwar habe es im vierten Quartal mit einem Plus von 0,5 Prozent ähnlich wie im Euroraum keine weitere Wachstumsbeschleunigung gegeben, doch sei die Erholung zunehmend breiter abgestützt. Neben den Exporten hätten auch die Unternehmensinvestitionen nach langer Durststrecke wieder zugenommen, was durch die günstigen monetären Bedingungen unterstützt wird. Zudem habe die private Konsumnachfrage etwas angezogen, obwohl sich auf dem Arbeitsmarkt erst leichte Anzeichen einer Stabilisierung zeigen.

Die konjunkturellen Frühindikatoren zeigen laut seco nach oben und lassen für 2004 eine zunehmende Erholung der Schweizer Wirtschaft erwarten. Die Arbeitslosigkeit dürfte im Jahresverlauf sinken. Unter der Voraussetzung, dass das internationale Umfeld günstig bleibt, könnte sich das schweizerische Wachstum 2005 nochmals beschleunigen und vorübergehend im Sinne eines konjunkturellen Aufholprozesses nach der schwachen Entwicklung seit 2001 deutlich über dem langjährigen Wachstumstrend liegen, heisst es.

Die Prognoserisiken werden vom seco als geringer erachtet als noch vor einem Jahr. Unsicherheiten bestünden insbesondere bezüglich der Währungs- und Zinsentwicklung. Darüber hinaus könnte ein fortgesetzter Anstieg der Erdölpreise, die sich in den letzten vier Monaten um gut fünf US-Dollar erhöht haben, das globale Wirtschaftswachstum bremsen. (dapd)

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