2003 war ein Katastrophen-Jahr
Aktualisiert

2003 war ein Katastrophen-Jahr

Katastrophen haben 2003 weltweit wieder deutlich mehr Menschenleben gekostet und wesentlich grössere Schäden verursacht.

Die versicherte Sachschadensumme stieg gemäss einer Studie von Swiss Re um 28,5 Prozent auf 18,5 Mrd. Dollar. Die gesamten wirtschaftlichen Schäden von Katastrophen nahmen gegenüber den bereinigten Vorjahreszahlen sogar um zwei Drittel zu auf 70 Mrd. Dollar. Obwohl die versicherten Schäden geringer waren als in den Rekordjahren, gehöre 2003 zu den teuren Schadenjahren, schreibt die Rückversicherung in einem Communiqué vom Mittwoch.

Stürme in den USA

Der Trend zu extremen Wetterverhältnissen halte an. Sechs solche Ereignisse verursachten Sachversicherungsschäden von mindestens 1 Mrd. Dollar. Fünf dieser Katastrophen waren Stürme oder Waldbrände in den USA und Kanada.

An sechster Stelle liegen die Überschwemmungen vom Dezember in Frankreich. Kostspieligstes Ereignis waren Tornados und Hagelstürme im Mai in den USA mit Versicherungsschäden von 3,2 Mrd. Dollar.

Bauern gegen Sommerhitze nicht versichert

Die Klimakapriolen verursachten noch deutlich grössere Schäden, die aber kaum versichert waren. So beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden der grossen Sommerhitze in Europa auf 13,5 Mrd. Dollar. Unter der Dürre litt insbesondere die Landwirtschaft. Und der Taifun Maemi in Südkorea verursachte einen Gesamtschaden von 5,5 Mrd. Dollar.

Die meisten Schäden hat der Mensch selbst direkt angerichtet. Von den 12 Mrd. Dollar geht mehr als die Hälfte auf das Konto des dreitätigen Stromausfalls in den USA im August. Insgesamt waren von diesen Katastrophen 2,3 Mrd. Dollar versichert.

41 000 Tote in Bam

Am tragischsten war aber das Erdbeben von Ende Jahr im iranischen Bam, wo 41 000 Menschen starben. Das ist die sechsthöchste Zahl von Toten bei einem Einzelereignis seit 1970. Insgesamt ereigneten sich laut Swiss Re im vergangenen Jahr 380 Katastrophen mit fast 60 000 Toten. 2002 hatte es 19 000 Katastrophentote gegeben.

Die Statistik weist 14 Flugzeugabstürze, 35 Schifffahrtskatastrophen und 95 Verkehrsunfälle ab einem gewissen Ausmass an Land aus. Von den 15 Grubenunglücken mit 518 Toten ereigneten sich alle in China. Zudem stürzten 6 grössere Gebäude ein. Dem Terrorismus fielen bei 11 Ereignissen 403 Menschen zum Opfer.

Die Schweiz war nicht nur von der extremen Sommerhitze betroffen. Der Sturm Calvann vom 2. Januar forderte gemäss der Studie europaweit sechs Tote und verursachte Schäden von 1 Mrd. Dollar.

Aufgeführt sind auch die Zugszusammenstösse von Gsteigwiler BE und Oerlikon ZH mit je einem Toten sowie die Massenkarambolage auf der Autobahn A1 bei Niederbipp BE mit einem Toten und einem versicherten Schaden von 1 Mio. Franken. Der grösste in der Schweiz je registrierte Versicherungsfall war der Sturm Lothar Ende 1999.

(sda)

Deine Meinung