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2005 war sehr trocken und warm

Das Jahr 2005 geht trotz den Unwettern vom vergangenen August als sehr trocken, sonnig und warm in die Annalen ein.

Die Temperaturen übertrafen das Mittel der Jahre 1961 bis 1990 um rund ein Grad. Vor allem im Tessin war es ausserordentlich trocken. In Airolo regnete es so wenig wie nie mehr seit 104 Jahren.

Wie der Wetterdienst MeteoSchweiz in seiner Witterungsbilanz zum abgelaufenen Jahr schreibt, war es auf der Alpensüdseite ein Grad wärmer als im Mittel der Vergleichsperiode. Nördlich der Alpen belief sich der Wärmeüberschuss im Mittelland und am Juranordfuss auf 0,6 bis 1,1 Grad. In den tief gelegenen Alpentälern war es etwa ein halbes Grad wärmer als in einem normalen Jahr, in den Alpen selber war der Unterschied hingegen nur sehr gering.

Die Temperaturen schwankten vor allem im ersten Halbjahr beträchtlich. So herrschte bis Mitte März verbreitet noch winterliches Wetter, eine Woche später stiegen die Temperaturen dann schon auf frühsommerliche Werte. Im Tessin wurden zu diesem Zeitpunkt 28 Grad gemessen, was einem neuen März-Höchstwert entsprach. Am 16. und 17. April fiel dann in der Westschweiz nochmals Schnee bis ins Flachland, wenige Tage später folgte der erste Sommertag mit Temperaturen von mehr als 25 Grad.

Die vergleichsweise trockene Witterung bekam das Tessin am stärksten zu spüren. Die Niederschlagsmengen erreichten in weiten Teilen der Alpensüdseite nur 50 bis 60 Prozent der mittleren Jahressumme. In Airolo fiel gar so wenig Regen wie nie mehr seit 1901. Lugano und Locarno erlebten nach 1921 das zweittrockenste Jahr. Ausgesprochen wenig Regen fiel auch im Oberengadin und im Vorderrheintal sowie vom Genfersee entlang dem Jurasüdfuss bis zum Oberaargau. Vor allem der niederschlagsarme Herbst liess die Pegel in vielen Flüssen stark sinken. In der Inner- und der Nordostschweiz regnete und schneite es dagegen etwa so viel wie in einem normalen Jahr.

Die Sonnenscheindauer erreichte im Mittelland 110 bis 120 Prozent des Normalwerts von 1961 bis 1990. Deutlich mehr Sonne als gewohnt erhielt die Genferseeregion. Dort wurden über 120 Prozent der Besonnung eines Durchschnittsjahres gemessen.

Sehr zufrieden zeigten sich die Meteorologen mit ihrer Treffsicherheit im vergangenen Jahr. MeteoSchweiz konnte nach eigenen Angaben in 85,5 Prozent aller Fälle das Wetter für den Folgetag richtig voraussagen. Höher war dieser Wert nur 2003 gewesen, als die Trefferquote bei 86 Prozent lag.

(dapd)

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