Aktualisiert 18.12.2008 15:07

Über 225 000 Tote2008 war definitiv ein Katastrophenjahr

Mit weltweit über 238 000 Toten und Schäden von 225 Milliarden Dollar wird 2008 eines der schwersten Katastrophenjahre der Geschichte. Die versicherten Schäden machen 50 Milliarden Dollar aus – die zweithöchste Summe, die je bilanziert wurde.

Anfang Mai führte der Zyklon Nargis mit 138 400 Toten in Burma zu einer der grössten Krisen der jüngeren Vergangenheit. Dazu kam im Mai in der chinesischen Region Sichuan das Erdbeben der Stärke 7,9 mit 87 400 Toten und über zehn Millionen Obdachlosen. Die Schäden aus diesen beiden Grossereignissen waren laut Studie grösstenteils nicht versichert. Mit insgesamt 238 000 Toten wird weltweit die vierthöchste Opferzahl seit 1970 erreicht.

Die Sachversicherer sind im Berichtsjahr mit Schäden von über 50 Milliarden Dollar konfrontiert, was das zweitteuerste Jahr der Versicherungsgeschichte bedeutet, wie die am Donnerstag veröffentlichte provisorische sigma-Bilanz von Swiss Re zeigt. Davon fielen 43 Milliarden Dollar auf Naturkatastrophen, wobei 39 Milliarden Sturmschäden betrafen: Rekordschäden richteten die Hurrikane in den USA und der Karibik an, allen voran Hurrikan «Ike» mit 20 Milliarden Dollar und Hurrikan «Gustav» mit vier Milliarden Dollar. In Europa verursachte der Wintersturm Emma Schäden von 1,4 Milliarden Dollar und damit deutlich weniger als der Wintersturm Kyrill des Vorjahres mit sechs Milliarden Dollar.

Anhaltend teuer waren laut Studie die Man-made-Katastrophen: Explosionen und Grossbrände führten zu Schäden von 4,8 Milliarden Dollar. Davon entfielen rund 2,1 Milliarden Dollar auf Schäden in Industrie und Lagern sowie weitere 1,5 Milliarden Dollar auf Öl- und Gasunfälle.

Insgesamt kommt die provisorische Erhebung auf eine Schadenssumme in der Höhe von 225 Milliarden Dollar. Sie umfasst versicherte und unversicherte Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und Fahrzeugen von direkt Betroffenen. Den grössten Anteil hat daran das Erdbeben in Sichuan mit 85 Milliarden Dollar. An zweiter Stelle steht Hurrikan «Ike» mit 40 Milliarden Dollar, wobei nur die Hälfte versichert war. Danach folgen mit 20 Milliarden Dollar Schäden die Schneestürme und Eisregen in ganz China. Eine der teuersten menschgemachten Katastrophen war der Bruch einer Pipeline auf Varanus Island in Westaustralien im Juni 2008 mit Schäden von mindestens 1,8 Milliarden Dollar für Industrie und lokale Wirtschaft.

Die definitiven sigma-Resultate zum Katastrophenjahr 2008 werden im kommenden Februar vorgestellt.

(dapd)

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