Aktualisiert 15.12.2011 08:39

Falsch gelegen

2011 war nicht das Jahr der Wahrsager

George Clooney hat nicht geheiratet, und die Welt ist nicht untergegangen: Die Trefferquote von Astrologen und Wahrsagern ist «auch 2011 katastrophal», meint der Mathematiker Michael Kunkel.

Die tatsächlichen Katastrophen des Jahres, wie der Tsunami in Japan (rechts) sind nicht vorhergesagt worden. George Clooney wurde prophezeit, dass er 2011 heiraten und Vater werde. Er hat sich von seiner langjährigen Freundin getrennt.

Die tatsächlichen Katastrophen des Jahres, wie der Tsunami in Japan (rechts) sind nicht vorhergesagt worden. George Clooney wurde prophezeit, dass er 2011 heiraten und Vater werde. Er hat sich von seiner langjährigen Freundin getrennt.

Auch 2011 war nicht das Jahr der Astrologen und Wahrsager. Der vorhergesagte Weltuntergang ist nicht eingetroffen und der US-Schauspieler George Clooney hat seine langjährige italienische Freundin auch nicht geheiratet, er hat sich sogar von ihr getrennt. Laut dem Mathematiker Michael Kunkel ist auch 2011 die Trefferquote für Vorhersagen «katastrophal». Der Mathematiker hat für die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) die Prognosen überprüft hat. Am Mittwoch präsentierte der Wissenschaftler im deutschen Rossdorf das Ergebnis.

Die tatsächlichen Katastrophen des Jahres waren demnach nicht prophezeit worden - «es sei denn, man möchte den allgemeinen Satz 'Die Uranus-Pluto-Verbindung lässt hinkünftig vermehrt auf Vulkanausbrüche und Erdbeben schliessen' als Voraussage für die Fukushima-Katastrophe gelten lassen», heisst es in dem Bericht.

Der Weltuntergang war von einem kalifornischen Prediger prophezeit worden. «Am 21. Mai 2011 sollte es losgehen.» Doch der Hellseher irrte - nicht zum ersten Mal. «Schon sein für 1994 vorausgesehener Weltuntergang war ausgefallen», erinnerte sich Kunkel.

Prognosen bei Prominenten eher richtig

Eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit haben nach seinen Worten die Prognosen für Prominente. «Wer allerdings auch für 2011 anstehende Eheschliessungen für den Britenprinzen William und den Monegassenfürsten Albert II. wiederholte, disqualifizierte sich quasi selbst: In beiden Fällen waren die Hochzeitstermine schon vor Ende des Vorjahres bekannt gegeben worden.»

George Clooney waren Hochzeit und Vaterschaft prophezeit worden; stattdessen trennte er sich von Elisabetta Canalis und fand bald eine neue Freundin. Auch aus der erwarteten Trennung von Angelina Jolie und Brad Pitt, von Tom Cruise und Katie Holmes oder Helene Fischer und Florian Silbereisen ist nichts geworden.

Den «Titel für die falscheste Promiprognose» dürfte nach Ansicht der GWUP die Astrologin Elisabeth Teissier verdient haben. Sie hatte demnach dem über eine Sex-Affäre gestrauchelten ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds', Dominique Strauss-Kahn, «ein geniales Jahr» und das «Jahr seines Lebens» prophezeit.

2012 im «Mayakalender-Wahn»

Auch Tiere haben nach Angaben Kunkels eine maue Trefferquote - zum Beispiel die Kraken während der Frauen-Fussballweltmeisterschaft als Nachfolger des legendären WM-Orakels Paul. Mit Prognosen zur Fussball-Bundesliga war es nicht weit her: Eine Astrologin meinte, Borussia Dortmund könne mit Trainer Jürgen Klopp nicht Meister werden, und Borussia Mönchengladbach müsse absteigen. Dieselbe Sternendeuterin lag auch mit ihren Börsenprognosen völlig falsch.

Für 2012 wagt der Mathematiker selbst eine Vorhersage: «Den deutschen Fussballern werden mehrere Astrologen und Wahrsager den EM-Titel prophezeien, und die Welt wird auch 2012 nicht untergehen.» Kunkel warnt auch vor einem «Mayakalender-Wahn». Ein Zukunftsdeuter habe aus altindischen Palmblättern herausgelesen, dass 2012 in der Schweiz und in Australien die Möglichkeit von Zeitreisen entdeckt werden wird. Der Kommentar des Mathematikers: «Damit könnte man dann ja dem bösen Weltende-Datum entfliehen.» (dapd)

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