Warmes Frühlingswetter: «2022 könnte ein gutes Wespenjahr werden»

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Warmes Frühlingswetter«2022 könnte ein gutes Wespenjahr werden»

Wegen der frühlingshaften Temperaturen sind Wespenköniginnen früher unterwegs als im Normalfall. Eine Biologin gibt Tipps, wie man mit den Insekten umgehen soll.

von
Gianni Walther
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Eine Wespenkönigin beim Bau eines Wespennests.

Eine Wespenkönigin beim Bau eines Wespennests.

G. Müller
Wegen des warmen Frühlingswetters sind Wespenköniginnen dieses Jahr verhältnismässig früh unterwegs.

Wegen des warmen Frühlingswetters sind Wespenköniginnen dieses Jahr verhältnismässig früh unterwegs.

20min/Matthias Spicher
Dabei sind sie auf der Suche nach geeigneten Standorten für ein Wespennest.

Dabei sind sie auf der Suche nach geeigneten Standorten für ein Wespennest.

G. Müller

Darum gehts

  • Wegen des warmen Frühlingswetters sind Wespenköniginnen heuer besonders früh unterwegs.

  • Das warme Wetter kann das Wachstum von grossen Wespenpopulationen begünstigen.

  • Eine Biologin gibt Tipps.

Wegen der sogenannten «Omega-Lage» war der März dieses Jahr aussergewöhnlich trocken. Gemäss Langfristprognosen könnten dieses Jahr sowohl Frühling als auch Sommer warm werden. Durch das warme Wetter sind die Wespenköniginnen dieses Jahr früher unterwegs als gewöhnlich. So meldete die Umweltberatung Luzern bereits Anfang April, dass Wespenköniginnen «auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ihr Volk» sind. Das ist verhältnismässig früh, denn üblicherweise erwachen Wespen Anfang Mai aus dem Winterschlaf.

«Sobald es einige Tage warm wird, kommen die Königinnen aus ihrem Winterversteck», sagt Gabi Müller, Leiterin Schädlingsprävention und -beratung in Zürich. «Warmes und trockenes Wetter ist günstiger für die Wespen als regnerisches und kaltes Wetter», so die Biologin. So hatte die Zürcher Fachstelle im vergangenen Jahr, als es im Sommer oft regnerisch und wechselhaft war, 182 Meldungen wegen Wespen erhalten. 2020, als besonders die zweite Sommerhälfte warm und trocken war, waren es 426 Meldungen.

Nicht alle Wespenarten stören am Esstisch

«2022 könnte ein gutes Wespenjahr werden», wie Müller sagt. Immer öfter melden sich in vergangenen Jahren Personen bei der Fachstelle, weil sie Wespen umsiedeln lassen möchten. Früher wollten viel mehr Leute die Wespen loswerden. «Seit das Thema Insektensterben immer stärker verbreitet ist, haben wir mehr Anfragen zu Umsiedlungen. Schliesslich sind Wespen auch sehr wertvoll und nützlich für die Natur», sagt Müller.

Wer Wespen bei sich zu Hause entdeckt, sollte sich zuerst kundig machen. «Es gibt sechs Wespenarten, die in der Schweiz in Siedlungsnähe vorkommen. Nur zwei Arten bauen jedoch grosse Nester. Sie ernähren sich in der Natur von Aas und kommen am Picknick-Tisch vorbei», sagt Müller. Die anderen vier Arten sind harmlos und kommen auch nicht an den Esstisch zur Nahrungssuche.»

Das kann man tun, wenn man gestört wird

Zudem sind Wespen sozusagen biologische Schädlingsbekämpfer. «Sie fangen sehr viele Insekten, beispielsweise Fliegen, die lästig sein können und auf dem Teller sitzen.» Wer draussen Essen und sich von Wespen nicht stören lassen möchte, könne einen Wasserzerstäuber einsetzen und die Wespen ansprühen. So könne man Regenwetter simulieren und die Wespen vertreiben. «Das mögen die Wespen überhaupt nicht.» Zudem sollte man beispielsweise Fleischplatten abdecken. Auch ruhig zu bleiben sei hilfreich, damit Wespen nicht aggressiv werden.

Wer öfter von Wespen angeflogen wird, könne versuchen, das Shampoo oder Waschpulver zu wechseln. «Wespen regieren sehr stark auf Gerüche», sagt Müller. Und: Wespen werden von Licht angezogen. Mit einem Insektengitter am Fenster könne man sich vor den Wespen schützen – und das hilft auch gegen Mücken oder Fliegen. «Wem die Wespen dann doch zu viel werden, der kann sich an Fachpersonal wenden, damit das Wespennest umgesiedelt werden kann.»

Auch bei Behörden gibt es Fachstellen, an die man sich wenden kann. So hat etwa die Zürcher Schädlingsprävention Informationen zu Wespen online aufgeschaltet. Auch bei der Luzerner Umweltberatung findet man verschiedene Infos rund um Wespen.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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