Baslerin für UNO unterwegs: 21-jährige kann vor der UN Eröffnungsrede halten
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Baslerin für UNO unterwegs21-jährige kann vor der UN Eröffnungsrede halten

Sabine Fankhauser (21) wird an der UNO-Generalversammlung das Sprachrohr der Schweizer Jugend sein. Sie weiss: Viele Jugendliche fühlen sich nicht ernst genommen.

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jd
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Die 21-jährige Sabine Fankhauser ist in Riehen aufgewachsen. Während ihres Amtsjahres als UNO-Jugenddelegierte vertritt sie die Schweizer Jugend auf der weltpolitischen Bühne.

Die 21-jährige Sabine Fankhauser ist in Riehen aufgewachsen. Während ihres Amtsjahres als UNO-Jugenddelegierte vertritt sie die Schweizer Jugend auf der weltpolitischen Bühne.

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Das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York, wo die Generalversammlung mit allen 193 Mitgliedsstaaten abgehalten wird.

Das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York, wo die Generalversammlung mit allen 193 Mitgliedsstaaten abgehalten wird.

AP/Mary Altaffer

Sabine Fankhauser weiss genau, was sie will. Wenn jemand die Wünsche, Ängste und Hoffnungen der Schweizer Jugend kennt, dann ist es wohl sie. Seit Anfang 2017 ist sie als Schweizer UNO-Jugenddelegierte unterwegs und fühlt Jugendlichen, Schulklassen und Jungparteien auf den Zahn.

«Was bereitet euch Sorgen? Fühlt ihr euch ernstgenommen von den Menschen da draussen? Wie sehen eure Wünsche für die Zukunft aus?», fragt sie die jungen Menschen. Und deren Antworten machen ihr für die Zukunft Hoffnung.

«Schweiz hat Vorbildcharakter»

In Riehen aufgewachsen, agiert sie heute auf der grossen politischen Bühne als Bindeglied zwischen den Vereinten Nationen und der Schweiz. Im Oktober fliegt Fankhauser für zwei Wochen nach New York: Die Generalversammlung der UNO steht an. Sie reist als offizielles Mitglied der Schweizer Delegation dorthin – und freut sich: «In anderen Mitglieds-Ländern sind die Jugendlichen kein offizieller Teil der jeweiligen Delegation. Die Schweiz hat in Sachen Jugendförderung einen Vorbildcharakter.»

Zurzeit ist ihr Terminkalender vollgepackt. Nach einem Schüler-Treffen im Gymnasium Bäumlihof, wo sie ihre Matur ablegte, nimmt sie den Termin mit 20 Minuten wahr. «Es ist lustig, plötzlich auf der anderen Seite der Klasse zu stehen, wenn ich sie nach ihren Bedürfnissen frage», erzählt sie.

Angst vor der Digitalisierung

Während ihrem Amtsjahr hat Fankhauser ihr Studium an der Uni St. Gallen (internationale Beziehungen) reduziert. Nun heisst es Zeit finden, um ein Fazit aus den vielen Gesprächen zu ziehen. Denn der Riehenerin wurde die Ehre zuteil, als Sprachrohr der Schweizer Jugend an der UNO-Generalversammlung in New York das Eröffnungsstatement für ihr Land zu halten. Als gemeinsamen Nenner für ihre Rede hat sie den Begriff Soziale Inklusion gewählt.

Die Themen, die der Jugend auf den Herzen liegen, seien breit gefächert: Geschlechter-Gleichstellung, Rassismus, Nachhaltigkeit und Bildung sind nur einige Schlagwörter. Frauen hätten keine Lust mehr, weniger zu verdienen, ausländische Jugendliche hätten Sorgen, aufgrund ihres Nachnamens schlechtere Chancen auf einen Job zu haben und Atomkraftwerke stünden ganz grundsätzlich in der Kritik. «Viele sprechen auch über ihre Angst vor der Digitalisierung», sagt sie.

Mehr politische Bildung an Schulen

Das Bild des politisch desinteressierten Jugendlichen sei ein Klischee, sagt sie: «Viele junge Menschen, mit denen ich gesprochen habe, machen sich Sorgen, was in Syrien passiert.» Es fehle jedoch am Bewusstsein, dass ihre Meinungen und Gefühlswelten gehört werden. «Ich wurde noch nie nach meinen Anliegen gefragt», sei oft die erste Reaktion, wenn Fankhauser sie kontaktiere.

«Für mich ist es wichtig, ihnen aufzuzeigen, dass sie etwas bewirken und auch mitreden können.» Und alle anderen jungen Menschen, die nicht von der 21-Jährigen über ihre Rechte informiert werden? «Die Möglichkeiten, wie sich jungen Menschen politisch engagieren können, müssen von der Schule aufgezeigt werden.» Heute sei dies leider noch nicht genügend der Fall.

UNO-Jungdelegierte der Schweiz

Dass Fankhauser in new York reden kann, geht auf ein Projekt der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)zurück. Sie vertritt dabei aber die offizielle Schweizer Delegation.

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