Aktualisiert 03.02.2005 14:21

21-Jähriger erschlug Vater mit Axt

Ein 21-Jähriger hat im Westerwaldort Nister seinen schlafenden Vater mit einer Axt erschlagen und Stunden später seinen 16-jährigen Bruder schwer verletzt.

Das Motiv könnte laut Polizei ein seit langem dauernder Streit darüber sein, dass der junge Mann keine Arbeit hatte und noch immer zu Hause lebte. Das Amtsgericht Koblenz erliess gegen den 21-Jährigen Haftbefehl wegen Mordes. Die Ermittler schliessen eine psychische Erkrankung nicht aus.

Wie der Leitende Koblenzer Oberstaatsanwalt Erich Jung am Donnerstag berichtete, schlug der Tatverdächtige am Mittwoch mehrmals mit der Axt auf den Kopf des 46-jährigen Vaters ein, der im Wohnzimmer seinen Mittagsschlaf hielt. Nachdem der 16-jährige Bruder gegen 16.00 Uhr nach Hause gekommen war, griff der 21-Jährige ihn von hinten mit der Axt an. Er sei am Kopf, Rücken und an den Händen verletzt worden, habe aber dennoch dem Bruder die Axt entreissen und zu Nachbarn flüchten können, sagte Jung. Von dort aus unterrichtete er die Polizei. Nach den Worten von Polizeisprecher Ralf Schomisch wurde der Schwerverletzte mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Lebensgefahr bestehe nicht.

Der Vater konnte nur noch tot geborgen werden. Die Mutter entkam der Bluttat, weil sie zum Zeitpunkt des Verbrechens nicht zu Hause war. Hintergrund des Streits war nach Polizeiangaben offenbar, dass der 21-Jährige keine Anstalten machte, sich eine Arbeit zu suchen. Er liess sich von der Polizei widerstandslos festnehmen. Er habe in ersten Vernehmungen einen völlig gleichgültigen Eindruck gemacht. Wie der Oberstaatsanwalt erklärte, gab der junge Mann nur noch an, er habe seine Familie verlassen wollen. (dapd)

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