21 Kantone mit 1,75 Milliarden Defizit

Aktualisiert

21 Kantone mit 1,75 Milliarden Defizit

Von den 25 Kantonen, deren Budgets 2004 vorliegen, rechnen 21 mit Defiziten. Insgesamt belaufen sich ihre Fehlbeträge trotz Sparens auf rund 1,75 Milliarden Franken.

Die Überschüsse in den 4 anderen Kantonen erreichen 8 Millionen Franken.

Die Kantone Bern, Luzern, Wallis und Zug legen ein leicht positives Bugdet vor. Bern, das Wallis und Zug wiesen bereits 2003 ein Budget mit einem Überschuss aus; 2004 vermindert sich das Plus aber. Besonders krass fiel die Schrumpfung in Bern von 103 auf rund 5 Millionen aus. Im Wallis schmolz der Überschuss von 20 auf 3 und in Zug von 16 auf 0,1 Millionen Franken.

Luzern rettete sich aus einem geringen Defizit von 600 000 in einen kleinen Überschuss von 100 000 Franken. Damit ist dieser Kanton auch der einzige, der im Budget 2004 den Turnaround aus dem Defizit schafft.

Unter den Kantonen, die ihr Defizit verringern wollen, findet sich allen voran Zürich. Dort soll der Fehlbetrag von 480 auf 203 Millionen gedrückt werden. Verbesserungen budgetieren auch Graubünden mit der Reduktion auf ein Drittel, Uri mit einer Halbierung sowie in geringerem Ausmass Freiburg, Solothurn, St. Gallen und der Thurgau.

Alle anderen Kantone warten mit teilweise enorm grösseren Defiziten als im Vorjahr auf. In Genf kehrte sich nach Überschussjahren ein Plus von 87 Millionen Franken gar in ein Defizit von über einer halben Milliarde.

Das Tessin schreibt mit 277 Millionen Defizit um rund 60 Millionen rötere Zahlen als 2003. Der Südkanton gelangt damit in der Defizitrangliste nach Genf und vor Zürich auf den zweiten Platz.

Fast ein Dauerbrenner ist das Defizit der Waadt. Von 157 Millionen steigt es 2004 auf 172 Millionen Franken. Die Waadt landet damit auf Platz 4 der Rangliste. Mit 130 Millionen Franken Fehlbetrag landet Schwyz hinter der Waadt. Im Steuerparadies sind die fetten Jahre vorbei.

Darum kratzt der Kanton als einziger in der Schweiz am Tabu Steuererhöhung: 2004 heisst es für Martin Ebner und alle anderen Kantonsbewohner tiefer in die Tasche greifen - wenn auch auf relativ tiefem Niveau.

Basel-Stadt budgetiert mit 108 Millionen ein mehr als doppelt so grosses Defizit wie 2003. Aargau baut ein geringes Defizit von 90 000 Franken auf fast 29 Millionen aus. Im Jura explodiert der Fehlbetrag von 3,7 Millionen auf 19,5 Millionen Franken. In Appenzell-Innerrhoden verdreifacht sich der Fehlbetrag fast und in Glarus vervierfacht er sich.

(sda)

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