Aktualisiert

Sizilien21 Tote durch Schlammlawinen

Auf Sizilien steigt die Zahl der Opfer nach den verheerenden Schlammlawinen in den Vororten der Hafenstadt Messina weiter. Bislang haben Rettungskräfte 21 Leichen geborgen. Mindestens 30 Menschen werden laut dem italienischen Zivilschutz noch vermisst.

Die Zahl der Verletzten stieg auf 95. Schwere Regenfälle behinderten am Samstag die Bergungsarbeiten. Dennoch gruben Rettungsmannschaften in den besonders schwer betroffenen Orten Scaletta und Giamilieri im Süden Messinas im Schlamm nach sieben allein dort noch vermissten Menschen.

Der Katastrophenschutz war damit beschäftigt, die Strassen zu den am schlimmsten betroffenen Orten wieder freizuräumen. Helikopter versorgten derweil die Einwohner mit dem Nötigsten.

Sicherere Bauten gefordert

Regierungschef Silvio Berlusconi, der am Samstag die Gegend besuchen wollte, verzichtete auf sein Vorhaben, um den Rettungsmannschaften nicht im Weg zu stehen.

Staatspräsident Giorgio Napolitano forderte die Regierung auf, mehr in die Sicherheit des Landes als in «pharaonische Bauwerke» zu investieren. Berlusconi plant bei Messina eine 3 Milliarden Euro teure Brücke, um Sizilien mit dem Festland zu verbinden. Auch Umweltverbände kritisieren das Vorhaben scharf.

Solange wild gebaut werde, sei der Kampf gegen Erdrutsche hoffnungslos, mahnten Experten der Umweltschutzverbands Legambiente. Die Zahlen seien erschreckend. Allein auf Sizilien sind laut den Geologen 272 Gemeinden durch Erdrutsche oder Überschwemmungen gefährdet.

Ausnahmezustand für Messina

Heftige Unwetter hatten in der Nacht zum Freitag in mehreren Vororten Messinas schwere Erdrutsche ausgelöst. In Messina trat ein Krisenrat der Region zusammen. Die Regierung in Rom hatte am Freitag den Ausnahmezustand für die Region ausgerufen.

Die 435 Sizilianer, die sich in Giampilieri in eine Grundschule geflüchtet hatten, sind inzwischen in Sicherheit gebracht worden. Sie wurden auf Hotels und Gasthöfe in Messina verteilt. Der Zivilschutz musste dafür eine Verbindungsstrasse von den Schlammmassen befreien.

(sda)

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