Aktualisiert 20.01.2016 14:09

Pakistan

21 Tote nach Angriff auf Uni-Campus

In der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar sind Bewaffnete in eine Universität eingedrungen. Mindestens 21 Menschen kamen ums Leben.

von
chk

Bei einem Angriff einer Taliban-Splittergruppe auf eine Universität im unruhigen Nordwesten Pakistans sind am Mittwoch 21 Menschen getötet worden. Der Angriff sei mit der Tötung der vier Angreifer beendet worden, teilte die Polizei mit.

Ob die vier getöteten Angreifer dazu zählten, blieb unklar. Die meisten Toten habe es in einem Wohnheim für männliche Studenten gegeben. Zudem seien mehr als 30 Menschen verletzt worden, darunter Studenten, Lehrer und Wachleute, sagte der örtliche Polizeichef.

Bei Nebel über Mauern geklettert

Die vier Angreifer waren am Morgen in dichtem Nebel über die Aussenmauern der Universität geklettert und danach in Seminar- und Wohnräume eingedrungen, wo sie das Feuer auf Studenten und Dozenten eröffneten.

Das Fernsehen zeigte Studentinnen, die Hand in Hand flohen, während Sicherheitskräfte die Zugänge zum Campus abriegelten. Dutzende Soldaten gingen in Stellung, während Krankenwagen heranrasten und Helikopter über dem Gelände kreisten. Die Zahl der Toten stieg rasch an, während die Sicherheitskräfte versuchten, die Angreifer zu fassen.

Fernsehbilder zeigten, wie Hunderte Studenten aus der Universität flohen. Nach Universitätsangaben waren zum Zeitpunkt des Angriffs etwa 3000 Studenten auf dem Gelände.

Attacke als Vergeltung

Omar Mansoor, Kommandeur der Taliban-Splittergruppe Hakimullah Mehsud, bekannte sich zunächst in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP zum Angriff. Er sei von vier «Selbstmordattentätern» ausgeführt worden - als Vergeltung für die Militäroffensive in den Stammesgebieten.

Die zentrale Führung der pakistanischen Taliban (TTP) bestritt hingegen eine Verwicklung in den Anschlag vom Mittwoch. «Für uns sind Jugendliche, die an zivilen Institutionen studieren, die Erbauer des zukünftigen Staats», hiess es in einer Erklärung.

«Ihre Sicherheit und ihr Schutz ist unsere Aufgabe.» Der Angriff sei unislamisch. Der offenkundige Streit deutet auf zunehmende Risse unter den pakistanischen Taliban-Extremisten hin.

2014 starben 134 Kinder

Masnoor gilt als Drahtzieher des Anschlags auf eine vom Militär geleitete Schule im nahe gelegenen Peshawar 2014, bei dem 134 Kinder getötet wurden. Dieser Anschlag war Auslöser einer Grossoffensive der Sicherheitskräfte gegen Aufständische im Grenzgebiet zu Afghanistan. Dabei wurden Hunderte mutmassliche Rebellen festgenommen oder getötet.

Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif erklärte: «Wir sind entschlossen, unser Versprechen einzuhalten, die Bedrohung durch den Terrorismus in unserem Heimatland auszumerzen.» Die Taliban in Pakistan sind mit der gleichnamigen Gruppe in Afghanistan verbündet. Sie kämpfen für die Errichtung eines islamischen Staates. (chk/sda)

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