23.07.2020 14:41

Tierquälerei-Fall

22-Jähriger band Hund mit Draht fest, bis dieser erstickte

Vor dem Regionalgericht Oberland wurde ein Mann der Tierquälerei schuldig gesprochen. Er entwickelte eine Drahtseil-Vorrichtung für seinen Hund, an dem dieser letztlich verendete.

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Im Juli 2019 erstickte ein Hund, nachdem er mithilfe einer speziellen Vorrichtung angebunden worden war. (Symbolbild)

Im Juli 2019 erstickte ein Hund, nachdem er mithilfe einer speziellen Vorrichtung angebunden worden war. (Symbolbild)

Urs Baumann/BZ


Es handelte sich um ein Drahtseil, das dem Vierbeiner um den Brustkorb gewickelt wurde.



Es handelte sich um ein Drahtseil, das dem Vierbeiner um den Brustkorb gewickelt wurde.

KEYSTONE
Dies, weil er zuvor immer wieder Reissaus nahm und Türen zerkratzte. (Symbolbild)

Dies, weil er zuvor immer wieder Reissaus nahm und Türen zerkratzte. (Symbolbild)

Stefan Enders/Bilderberg

Darum gehts

  • Im Sommer 2019 erstickte ein Hund infolge einer Anbindevorrichtung.
  • Diese hatte der Halter angefertigt, weil der Hund immer wieder für Ärger sorgte.
  • Nun wurde der Mann vor Gericht wegen Tierquälerei zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Es ist ein trauriger Fall, der am Mittwoch vor dem Thuner Regionalgericht verhandelt wurde. Die Protagonisten: ein 22-jähriger Mann und sein verstorbener Hund. Der Vierbeiner, der als Welpe aus dem Ausland kam, entwickelte laut dem Halter ein schwieriges Verhalten. So sei er ständig ausgerissen oder habe Türen zerkratzt, wenn man ihn für kurze Zeit allein gelassen habe.

Um dem Einhalt zu gebieten, fertigte der Mann eine spezielle Vorrichtung an: Er wickelte dem Vierbeiner ein Drahtseil um den Brustkorb, damit dieser nicht aus seinem Halsband schlüpfen konnte, und band ihn an kurzer Leine an. Ende Juli 2019 kams zum Drama: Der Halter verliess kurz die Küche, in der der Hund angebunden war. Unter anderem wegen eines Gewitters geriet dieser in Panik und bewegte sich derart heftig, dass sich der Draht zusammenzog und auf den Brustkorb drückte – der Hund erstickte, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

«Niemand will einen Tierliquäler»

Der Beschuldigte, dem vor Gericht die Tränen kamen, als ihm der Sachverhalt vorgetragen wurde, hatte zuvor einen Strafbefehl angefochten. «Niemand will einen Tierliquäler. Ich liebe Tiere und habe all mein Geld für meinen Hund ausgegeben», sagte der Drogenabhängige, der sich in einem Methadonprogramm befindet und der seine Lehre aus psychischen Gründen abgebrochen hatte.

Die Beteuerungen nützten wenig: Der Mann wurde wegen Tierquälerei zu einer bedingten Geldstrafe von 48 Tagessätzen, zu einer Verbindungsbusse von 360 Franken und zu einer auf das Minimum reduzierten Busse von 400 Franken verurteilt.

(sul)

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