22 Tote bei Anschlag in Bagdad
Aktualisiert

22 Tote bei Anschlag in Bagdad

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache in Bagdad sind am Sonntag mindestens 22 Menschen getötet und rund 30 verletzt worden.

Der Attentäter fuhr mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in eine Barriere rund um die Polizeistation im östlichen Stadtteil Maschtal, wie ein Sprecher mitteilte. Dort klaffte nach dem Anschlag ein riesiger schwarzer Krater. Über 20 in der Nähe geparkte Autos gerieten in Brand, auch mehrere Nachbarhäuser wurden beschädigt.

Die irakische Wahlkommission kündigte am Sonntag an, sie werde am 1. August mit der Wählerregistrierung für das Mitte Oktober geplante Verfassungsreferendum beginnen. Der Konvent, der die Verfassung erarbeitet, geriet unterdessen zunehmend in Schwierigkeiten: Nach dem Ausstieg der Sunniten aus dem Gremium drohte am Sonntag eine schiitische Partei, sich dem Boykott anzuschliessen. Die Verfassung muss am 15. August dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden, damit das Referendum wie geplant am 15. Oktober stattfinden kann. Im Dezember soll dann ein neues Parlament gewählt werden.

Der Sprecher der säkularen Schiiten im Verfassungskonvent, Adnan al Dschanabi, sagte am Sonntag, die schiitische Mehrheit hätte stärker auf die Forderungen der Sunniten eingehen müssen. Diese hatten sich nach dem Attentat auf ein sunnitisches Konventsmitglied bis auf weiteres aus dem Gremium zurückgezogen. Al Dschanabi erklärte, es sei wichtig, dass die sunnitische Minderheit an der Erarbeitung der Verfassung beteiligt sei. Davon hänge auch die weitere Mitarbeit seiner eigenen Partei ab, die im Konvent mit acht Delegierten vertreten ist. Die kurdischen Konventsmitglieder scheiterten am Samstag mit der Forderung, in acht Jahren ein Referendum über eine Unabhängigkeit ihrer Gebiete im Nordirak abhalten zu dürfen.

Nach der Entführung zweier algerischer Diplomaten in Bagdad erschien am Samstag im Internet ein Bekennerschreiben der Gruppe Al Kaida im Irak. Der algerische Geschäftsträger Balarousi Ali, einer seiner Mitarbeiter und ihr Fahrer waren am Donnerstag verschleppt worden. Einen entführten ägyptischen Diplomaten hat Al Kaida im Irak nach eigener Darstellung bereits getötet.

Bei einem Anschlag auf einen Kontrollpunkt der irakischen Streitkräfte nahe Haswa, einer Ortschaft rund 50 Kilometer südlich von Bagdad, wurde am Sonntag ein Kind getötet. In Bagdad und Kirkuk wurden drei Polizisten und ein Geheimdienstmitarbeiter erschossen. Bei einem Bombenanschlag in Rutba im Westen des Landes kam ein US-Soldat ums Leben.

Amerikaner betrachten Irak-Krieg zunehmend als Fehler

Eine wachsende Zahl von Amerikanern sieht wegen des Irak-Krieges auch die Sicherheit in den USA bedroht. Rund 47 Prozent gaben in einer Umfrage des Pew Research Centers an, dass der Krieg dem Kampf gegen den Terrorismus geschadet habe - der höchste Wert seit Kriegsbeginn im März 2003. 45 Prozent glauben, dass wegen des Krieges auch die Gefahr von Terroranschlägen in den USA steige. Für die Erhebung wurden 1.502 Erwachsene befragt.

(dapd)

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