Bezirksgericht Zürich: 23-jähriger Managersohn wegen Prügelei verurteilt
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Bezirksgericht Zürich23-jähriger Managersohn wegen Prügelei verurteilt

Zweimal hat ein 23-Jähriger zugeschlagen: im Restaurant Terrasse und im Club Hive. Nun wurde er vom Bezirksgericht Zürich verurteilt.

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jen
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Der Sohn eines in der Schweiz tätigen Topmanagers von der Zürcher Goldküste hat laut Anklageschrift im April 2014 im Restaurant Terrasse einen Kellner gegen Bauch und Brust geschlagen.

Der Sohn eines in der Schweiz tätigen Topmanagers von der Zürcher Goldküste hat laut Anklageschrift im April 2014 im Restaurant Terrasse einen Kellner gegen Bauch und Brust geschlagen.

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Schon zwei Wochen zuvor hatte der junge Mann im Ausgang eine Schlägerei gehabt. Damals im Club Hive im Stadtkreis 5, wo er laut Anklage einem Gast ins Gesicht schlug. Das Opfer erlitt eine Fraktur am Jochbein und am Augenhöhlenboden. Er musste operiert werden.

Schon zwei Wochen zuvor hatte der junge Mann im Ausgang eine Schlägerei gehabt. Damals im Club Hive im Stadtkreis 5, wo er laut Anklage einem Gast ins Gesicht schlug. Das Opfer erlitt eine Fraktur am Jochbein und am Augenhöhlenboden. Er musste operiert werden.

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Das Bezirksgericht Zürich sprach den 23-Jährigen schuldig. Der Richter hat ihn zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Das Bezirksgericht Zürich sprach den 23-Jährigen schuldig. Der Richter hat ihn zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Keystone/Christian Beutler

Der 23-Jährige hat seine Fäuste nicht im Griff, vor allem wenn er betrunken ist. Der Sohn eines in der Schweiz tätigen Topmanagers von der Zürcher Goldküste hat im April 2014 im Restaurant Terrasse beim Bellevue andere Gäste belästigt. Als ihn der Kellner bat, das Lokal zu verlassen, reagierte der Bankkaufmann aggressiv.

Laut Anklageschrift schlug er ihm im Restaurant gegen Bauch und Brust. Vor dem Lokal kam es dann zu einem wüsten Gerangel und die beiden fielen zu Boden. Der Kellner verletzte sich an Knöchel, Handgelenk und Ellenbogen und war elf Tage arbeitsunfähig.

Gast ins Gesicht geschlagen

Schon zwei Wochen zuvor hatte der junge Mann im Ausgang eine Schlägerei gehabt. Damals im Club Hive im Stadtkreis 5, wo er laut Anklage einem Gast ins Gesicht schlug. Das Opfer erlitt eine Fraktur am Jochbein und am Augenhöhlenboden. Es musste operiert werden.

Der Staatsanwalt forderte eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 100 Franken sowie 1000 Franken Busse, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Angeklagter vor Gericht abwesend

Am Prozess vor dem Bezirksgericht Zürich am Freitag war der Bankkaufmann entschuldigt abwesend, weil er krank war und weil er im Ausland weilte. Somit konnte er nicht befragt werden. Lediglich sein Anwalt hielt ein Plädoyer.

Er verlangte, dass das Gericht nicht auf die Anklage eingehe, weil diese zu pauschal und zu diffus sei. Sollte das Gericht ein Urteil fällen, forderte der Anwalt einen Freispruch. Er sagte, dass die Verletzungen im Fall des Restaurants Terrasse nicht durch die Faustschläge, sondern durch den Sturz auf den Boden verursacht worden seien. Dies habe sein stark betrunkener Mandant nicht beabsichtigt; eine fahrlässiger Körperverletzung sei aber nicht eingeklagt worden.

Angeklagter als Täter nicht rechtsgenügend identifiziert

Im zweiten Fall sagte der Anwalt, dass sein Mandant die Tat bestreite. Der Bankkaufmann sei als Täter nicht rechtsgenügend identifiziert worden. Es seien mehrere Männer involviert gewesen. Es stehe Aussage gegen Aussage.

Zudem sei es zweifelhaft, ob die Verletzungen einzig mit Faustschlägen verursacht worden seien oder mit einem unbekannten Gegenstand. Ein solcher werde aber in der Anklageschrift nicht erwähnt.

Wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung schuldig

Der Einzelrichter folgte den Argumenten des Anwaltes aber nicht. Es sprach den Bankkaufmann wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 30 Franken, wie aus dem schriftlichen Urteilsdispositiv vom Montag hervorgeht.

Die Zahl der Tagessätze, die eigentliche Strafe also, wurde im Vergleich zur Forderung der Staatsanwaltschaft erhöht, der Betrag aber reduziert, da der Bankkaufmann inzwischen studiert. Zudem muss der Beschuldigte dem Kellner des Restaurants Terrasse eine Genugtuung von 500 Franken zahlen, dem verletzten Gast vom Club Hive eine solche von 7000 Franken.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

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