Stadt Zürich: 24,5 Millionen Franken für Bundesasylzentrum
Aktualisiert

Stadt Zürich24,5 Millionen Franken für Bundesasylzentrum

Die Stadt hat sich für ein Totalunternehmen entschieden: Die Firma DM Bau AG wird das neue Bundesasylzentrum bauen. Das Volk stimmt im Herbst 2017 darüber ab.

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Blick auf das Duttweiler-Areal neben der Zürcher Hochschule der Künste (rechts) im Kreis 5. Hier planen Bund und Stadt Zürich ein Bundes-Asylzentrum.

Blick auf das Duttweiler-Areal neben der Zürcher Hochschule der Künste (rechts) im Kreis 5. Hier planen Bund und Stadt Zürich ein Bundes-Asylzentrum.

Keystone/Ennio Leanza
Es soll Dorf-Charakter haben etwa dank Innenhof und Begegnungszonen.

Es soll Dorf-Charakter haben etwa dank Innenhof und Begegnungszonen.

Visualisierung Stadt ZH
Von aussen wird es sich so präsentieren.

Von aussen wird es sich so präsentieren.

Visualisierung Stadt ZH

Die Kosten für das geplante Bundesasylzentrum auf dem Duttweiler-Areal im Zürcher Kreis 5 stehen fest: Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat einen Objektkredit in Höhe von 24,5 Millionen Franken. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich im Herbst 2017 statt. Mit dem Bau kann frühestens 2018 begonnen werden.

Der Gemeinderat und die Stadtzürcher Stimmberechtigten müssen den Betrag zwar genehmigen. Die Kosten werden jedoch vollumfänglich vom Bund über die Miete abgegolten, sagte Raphael Golta (SP), Vorsteher des Sozialdepartements, am Mittwoch vor den Medien. So sieht es die 2015 unterzeichnete Vereinbarung zwischen der Stadt, dem Staatssekretariat für Migration sowie dem Bundesamt für Bauten und Logistik vor.

Firma DM Bau AG als Totalunternehmer

Der Bund mietet das zu erstellende Bundesasylzentrum für mindestens 15 Jahre von der Stadt. Die Betriebsdauer kann zweimal um je fünf Jahre verlängert werden, so dass die maximale Betriebsdauer 25 Jahre beträgt. Betrieben werden soll das Zentrum durch die Asyl-Organisation Zürich (AOZ).

Inzwischen steht auch der Totalunternehmer fest. Das Rennen gemacht hat die Firma DM Bau AG aus Oberriet SG mit ihrem Angebot über 18,8 Millionen Franken Erstellungskosten. Dies liegt 3,6 Millionen Franken unter der Vorgabe.

360 Asylsuchende

Dazu kommen jedoch weitere Kosten, etwa für Vorbereitungsarbeiten und Baunebenkosten, so dass der Objektkredit bei 24,5 Millionen Franken liegt. Der geschätzte Kostenrahmen sei realistisch gewesen, sagte André Odermatt (SP), Vorsteher des Hochbaudepartements.

Erstellt wird das dreistöckige Gebäude als Hybrid-Konstruktion aus Massivmodul- und Holzbauelementen. Hier sollen 360 Asylsuchende untergebracht werden. Es gibt Beschäftigungs- und Aufenthaltsräume, auch zum Austausch mit dem Quartier. Die Räume gruppieren sich um einen Innenhof.

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Blick auf das Duttweiler-Areal neben der Zürcher Hochschule der Künste (rechts) im Kreis 5. Hier planen Bund und Stadt Zürich ein Bundes-Asylzentrum.

Blick auf das Duttweiler-Areal neben der Zürcher Hochschule der Künste (rechts) im Kreis 5. Hier planen Bund und Stadt Zürich ein Bundes-Asylzentrum.

Keystone/Ennio Leanza
Es soll Dorf-Charakter haben etwa dank Innenhof und Begegnungszonen.

Es soll Dorf-Charakter haben etwa dank Innenhof und Begegnungszonen.

Visualisierung Stadt ZH
Von aussen wird es sich so präsentieren.

Von aussen wird es sich so präsentieren.

Visualisierung Stadt ZH

Einsprache von Anwohnern

Die Lärmexposition sei eine bauliche Herausforderung, aber nicht unlösbar, sagte Odermatt. So sind Büros und Aufenthaltsräume entlang der Pfingstweid- und der Duttweilerstrasse geplant, die Wohn- und Schlafräume im rückwärtigen Bereich.

Das Baugesuch wurde im Frühling 2016 eingereicht, die Bausektion des Stadtrats hat inzwischen die Baubewilligung erteilt. Dagegen ist jedoch eine Einsprache beim Baurekursgericht des Kantons Zürich eingegangen. Anwohner halten das Duttweiler-Areal für Asylsuchende zu laut und daher ungeeignet. Weil dies ein laufendes Verfahren ist, wollte Odermatt dazu keine Stellung nehmen.

Bau kann sich verzögern

Vom weiteren Fortgang dieses Verfahrens hängt es ab, wann mit einem definitiven Bauentscheid zu rechnen ist. Im Idealfall und wenn der Gemeinderat der Weisung zustimmt, könnte im Herbst 2017 die Volksabstimmung stattfinden. Frühester Baubeginn wäre 2018. Der Zeitplan könne sich jedoch auch deutlich verzögern, sagte Golta.

Mit der Überweisung an den Gemeinderat beantragt der Stadtrat die Abschreibung eines Postulats zum geplanten Bundesasylzentrum. Dieses verlangt quartierverträgliche und menschenwürdige Unterbringung der Bewohnerinnen und Bewohner, so etwa den Verzicht auf Umzäunung sowie Aufenthalts- und Rückzugsmöglichkeiten. Das vorgeschlagene Projekt komme den Forderungen sehr nah, sagte Golta.

Forderungen zu einer menschenwürdigen Unterbringung

Ein zweites Postulat, das weniger den Bau als den Betrieb betrifft soll noch nicht abgeschrieben werden. Eine Petition mit rund 2500 Unterschriften vorwiegend von Quartierbewohnern will der Stadtrat in diesen Tagen beantworten. Die Unterzeichnenden begrüssen den Bau, stellen aber Forderungen zu einer menschenwürdigen Unterbringung. Diese entsprechen laut Stadtrat weitgehend denjenigen in den Postulaten.

Der Neubau ersetzt das bisherige, im Testbetrieb laufende Zentrum Juch. Die dortigen Barackenunterkünfte sind in die Jahre gekommen und müssen ausserdem dem geplanten Eishockeystadion in Zürich-Altstetten weichen. Vorgesehen ist eine Nutzung bis Ende 2018. Bis das neue Gebäude fertig ist, müsste eine Übergangslösung gefunden werden. Dies ist laut Stadtrat mit dem Bund bereits abgesprochen. (sda)

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