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Kindsentführung in den USA24 Jahre lang bei der falschen Mutter

1987 wurde sie aus einer Säuglingskrippe entführt - jetzt ist die Amerikanerin Carlina White wieder mit ihrer Familie vereint. Ihre Entführerin stellte sich am Sonntag.

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Links: Ann Pettway, die mutmassliche Entführerin. Rechts die echte Mutter der entführten Carlina White. (Bilder: AP)

Links: Ann Pettway, die mutmassliche Entführerin. Rechts die echte Mutter der entführten Carlina White. (Bilder: AP)

Alles fing an, als die heute 24-jährige Carlina White ein Foto von sich selbst auf einer Website für vermisste Kinder gefunden hatte. Die junge Frau setzte sich um die Weihnachtszeit mit einem Zentrum für vermisste Kinder in Verbindung, wie die «New York Times» von wenigen Tagen berichtete. Kurz danach sei sich die Familie zum ersten Mal wieder begegnet.

Am Sonntag stellte sich die mutmassliche Entführerin den Behörden. Die Frau erschien bei der Polizei, nachdem die Justiz im US-Bundesstaat North Carolina wegen eines anderen Vergehens einen Haftbefehl ausgestellt hatte.

Ein Leben lang Zweifel gehabt

Allmählich werden Details des Falls bekannt: Carlina White war 1987 im Alter von 19 Tagen mit hohem Fieber in einem Spital im New Yorker Stadtteil Harlem eingeliefert worden. Eine Frau in Schwesterntracht hatte damals die besorgten Eltern des Kindes getröstet und war dann mit der kleinen Patientin verschwunden, wie das Blatt jetzt in Erinnerung rief.

Wie sich nun herausstellte, wuchs das Mädchen im New Yorker Nachbarstaat Connecticut unter dem Namen Nejdra Nance auf. White gibt an, in ihrer Kindheit von ihrer Entführerin geschlagen worden zu sein. New Yorker Zeitungen sagte sie, sie habe ihr ganzes Leben lang Zweifel gehabt, dass sie mit ihrer wirklichen Mutter zusammenlebe.

«Überwältigt und glücklich»

White sei vor allem während ihrer eigenen Schwangerschaft mit der nun fünfjährigen Tochter Samani stutzig geworden, erzählt sie jetzt. Sie habe immer nur unzureichende Angaben von ihrer angeblichen Mutter zu ihrer eigenen Geburt bekommen. Daraufhin habe sie die Website des National Center for Missing and Exploited Children durchstöbert.

Dabei habe sie ein Bild von sich selbst als Baby gefunden und dann mit Hilfe der Behörde ihre biologische Mutter angerufen, die voller Freude und Zweifel die Polizei um Hilfe bei der Identifizierung der jungen Frau bat. Eine DNA-Untersuchung bestätigte schliesslich die Verwandtschaft. Jetzt sei sie «überwältigt und einfach nur glücklich», ihre Familie wiedergefunden zu haben. (kle/sda)

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