Aktualisiert 18.04.2014 23:06

Nigeria24 Mädchen gelang Flucht vor Islamisten

Für die Mehrzahl der Eltern der entführten Schülerinnen in Nigeria geht das quälende Warten weiter. Bislang konnten erst ein kleiner Teil der 129 gekidnappten Mädchen fliehen.

Wie ein Beamter des Bildungsministeriums mitteilte, konnten sich damit bisher 44 der insgesamt 129 verschleppten Mädchen aus der Gewalt ihrer Entführer befreien. Das Schicksal der übrigen 85 Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 18 blieb weiter unklar.

Vermutlich Extremisten der Terrorgruppe Boko Haram hatten die Schülerinnen am frühen Dienstag aus ihrer Schule in Chibok im nordöstlichen Staat Borno verschleppt. Islamische Extremisten entführten schon früher Mädchen, um diese als Köchinnen und Sexsklavinnen zu benutzen. Doch eine solche Massenentführung gab es bisher noch nicht.

1500 Opfer in vier Monaten

Boko Haram will in Borno einen Staat nach islamischem Recht durchsetzen. Die Gruppe wird auch für den Bombenanschlag auf einen Busbahnhof in Nigerias Hauptstadt Abuja verantwortlich gemacht, bei dem am Montag mindestens 75 Menschen getötet und 141 verletzt wurden. Allein in diesem Jahr sollen bereits mehr als 1500 Menschen der Gewalt der Aufständischen zum Opfer gefallen sein.

Extremisten attackierten in der Vergangenheit auch Schulen und töteten allein 2013 Hunderte Schüler. Der Name Boko Haram bedeutet: «westliche Bildung ist Sünde». Die Gruppe lehnt westliche Einflüsse ab.

Der Schulkommissar von Borno teilte mit, einige der jüngst Geflohenen seien rund 50 Kilometer von Chibok entfernt aufgefunden worden. Wenigen Schülerinnen war gleich am Tag der Entführung die Flucht gelungen - sie sprangen den Angaben zufolge von den langsam fahrenden Lastwagen herunter. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.