Aktualisiert 05.05.2015 06:58

Zürich-Niederdorf24-Stunden-Shop wird ein Fall für die Gerichte

Anwohner des geplanten 24-Stunden-Shops im Zürcher Dörfli haben die Baubewilligung angefochten – wegen Lärmbedenken. Nun wird das Baurekursgericht darüber befinden.

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In die Jamarico-Boutique an der Zürcher Niederdorfstrasse soll bald ein 24-Stunden-Shop einziehen.

In die Jamarico-Boutique an der Zürcher Niederdorfstrasse soll bald ein 24-Stunden-Shop einziehen.

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Dieser kann gemäss Bewilligung der Stadt zwar Lebensmittel und Alkohol rund um die Uhr verkaufen - doch müssen die Kunden nachts auf das Ruhebedürfnis der Anwohner aufmerksam gemacht werden.

Dieser kann gemäss Bewilligung der Stadt zwar Lebensmittel und Alkohol rund um die Uhr verkaufen - doch müssen die Kunden nachts auf das Ruhebedürfnis der Anwohner aufmerksam gemacht werden.

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Die Anwohner befürchten dennoch mehr Lärm und wehren sich am Baurekursgericht gegen die Bewilligung.

Die Anwohner befürchten dennoch mehr Lärm und wehren sich am Baurekursgericht gegen die Bewilligung.

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Trotz dem Ja der Stadt zum geplanten 24-Stunden-Shop im ehemaligen Jamarico werden an der Niederdorfstrasse 51 doch nicht so bald Alkoholika, Zigaretten und Lebensmittel über den Tresen gehen. Grund: Peter Rothenhäusler, Präsident des Quartiervereins Zürich 1 rechts der Limmat, hat die Baubewilligung der Stadt Zürich laut «Tages-Anzeiger» beim kantonalen Baurekursgericht angefochten.

Er befürchtet, dass der neue Shop Lärmprobleme verursacht und überdies weitere ähnliche Lokale anzöge. «Wir wollen ein lebendiges Quartier und sind beileibe nicht pingelig, aber wir wollen keine Party ohne Ende vor unseren Haustüren, irgendwo hat es eine Grenze», lässt er sich im «Tages-Anzeiger» zitieren.

Bewilligung mit Auflagen

Die Bewilligung der Stadt ist aber ohnehin mit Auflagen verbunden: Zwischen 20 Uhr und 7 Uhr sind vor dem Laden keine lärmigen Aufräum-, Entsorgungs- und Reinigungsarbeiten erlaubt. Auch müssen die Verkäufer die Kunden zumindest während der gesetzlichen Nachtruhe «in geeigneter Weise auf das Ruhebedürfnis der Anwohnerschaft» aufmerksam machen.

Das Niederdorf ist nicht der einzige Ort in der Stadt, wo Anwohner zurzeit mit den Auswüchsen der 24-Stunden-Gesellschaft zu kämpfen haben. Aus dem Langstrassen-Quartier ging kürzlich ein Schreiben an den Stadtrat, wie letzte Woche bekannt wurde. Darin beklagen sich die Anwohner über Lärm und Abfall und fordern Massnahmen.

«Wer an die Langstrasse zieht, ist selber schuld»

Allerdings kam dies vielerorts nicht gut an: «In dem Quartier ist es seit rund 40 Jahren laut – das ist absolut nichts Neues», sagte etwa Alex Flach, PR-Berater für mehrere Clubs. Wer in die Umgebung ziehe, sei selber schuld. «Jeder weiss, dass die Langstrasse eines der lebendigsten Viertel der Stadt ist.»

Eine entsprechende Online-Petition des «Kult»-Magazins, die dafür plädiert, dass die Langstrasse Zürichs Kultur- und Ausgehmeile bleibt, wurde bislang von mehr als 2600 Personen unterschrieben.

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