Aktualisiert 25.07.2012 16:58

Horror-Fund248 Föten im Wald entsorgt

Einen schrecklichen Fund machten Pilzsammler in Russland: Sie stiessen auf fast 250 menschliche Embryonen, die in einem Waldstück illegal entsorgt worden waren. Nun rätseln die Behörden über die Hintergründe.

von
dga

Nahe der Stadt Jekaterinburg im Süden des Urals haben Pilzsammler in einem Wald 248 menschliche Föten gefunden. Diese waren in Plastikfässern in einer Formaldehydlösung konserviert und mit Schildern versehen, auf denen Familiennamen und Nummern vermerkt waren, teilte die Polizei von Swerdlowsk am Dienstag mit.

Örtlichen Medienberichten zufolge liesse die Grösse mancher Embryonen auf Spätabtreibungen und Fehlgeburten schliessen. Mehrere Privatkliniken in Jekaterinburg stehen laut Polizei unter Verdacht.

Vorsätzlich entsorgt

«Die biologisch-medizinischen Abfälle stammen aus mindestens drei verschiedenen Krankenhäusern», so Wladimir Wlasow, stellvertretender Regierungschef von Swerdlowsk. Wlasow vermutet, dass eine Organisation, die mit der Entsorgung von medizinischen Abfällen beauftragt war, ihren vertraglichen Pflichten nicht nachgekommen sei.

Dass die Fässer wissentlich entsorgt worden seien, davon ist Yana Filippova, Geschäftsführerin von Energo, einer Entsorgungsfirma für biologisch-medizinische Abfälle, überzeugt: «Die Fässer können nicht einfach so aus einem Fahrzeug fallen.» Bislang konnten die Kürzel von vier Klinken auf den Fässern ermittelt werden. Die sterblichen Überreste werden derzeit in einem örtlichen Leichenschauhaus untersucht.

Föten an Pharma- und Kosmetik-Industrie verkauft

In Russland sind Abtreibungen nach der zwölften Woche verboten. Dennoch werden vielfach doppelt so alte Embryonen illegal abgetrieben. «Die Nachfrage nach solch biologisch-medizinischem Abfall ist enorm», sagt Jelena Misulina, Vorsitzende des Familienkomitees, gegenüber der Zeitung «Iswestija».

Die Stammzellen ungeborener Babys würden etwa zu kosmetischen und pharmazeutischen Zwecken genutzt. Russland belegt seit Jahrzehnten einen Spitzenplatz bei Abtreibungen: Das Gesundheitsministerium geht von fünf bis sechs Millionen illegalen Abtreibungen pro Jahr aus.

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