Aktualisiert 29.06.2019 07:34

Erfolgreicher Schweizer25:0 – niemand kann diesen Thaiboxer stoppen

Dani Rodriguez hatte in der Schweiz keine Gegner, er zog aus, um sich in Thailand zu stählen. Noch immer ist er ungeschlagen.

von
Adrian Hunziker

Ist Dani Rodriguez der beste Fussballer der Schweiz? Zumindest glauben das einige Passanten. (Video: FS)

Sein Trainer dachte, er komme mit Narben und Verletzungen zurück. Das tat er nicht, Dani Rodriguez trug keine einzige Narbe davon, obwohl er sich in Thailand mit den besten des Fachs mass. Rodriguez ist 20 Jahre alt, betreibt Muay Thai, auch Thaiboxen genannt, und ist der Beste der Schweiz – schon seit längerem. Darum zog er aus nach Thailand, um mit den Besten der Besten dieser Sportart trainieren zu können.

Nun ist er zurück, nach sechs Monaten schinden. Und warum ist er in der Schweiz? Natürlich, um zu kämpfen. Sein Fight findet am Samstag in Recherswil (SO) statt, sein Gegner ist der Franzose Florian Bréau (siehe Box). Rodriguez hat einen Kampfrekord von 25:0 – und auch Bréau schüchtert ihn keineswegs ein. Einen Tag später wird Rodriguez, ein Zürcher mit Wurzeln in der Dominikanischen Republik, 21. Zwei Wochen später kehrt er nach Thailand zurück, denn er hat Grosses vor.

Entwicklung hat ihn selber überrascht

Drei Kämpfe, alle durch K.o. gewonnen, hat er in Thailand bereits bestritten. Siegt er in weiteren zwei oder drei Fights, winkt ihm ein Kampf um den Rajadamnern-Titel – einer der zwei angesehensten in Thailand. «Dieser Titel bedeutet mehr als der WM-Titel. Weniger als fünf Europäer haben diesen gewonnen», sagt Rodriguez' Trainer. Und was sagt der ambitionierte Fighter selber? «Ich habe nicht gedacht, dass ich in einem halben Jahr Thailand einen solchen Sprung machen würde. Das hat mich überrascht.»

Wie er selber sagt, wurde durch das Muay-Thai-Camp, in dem er zweimal am Tag je drei Stunden trainierte, seine Technik besser und schöner. Seine Kicks und Schläge wurden härter, kräftiger ist er auch geworden. «Und auch das Durchhaltevermögen ist besser: Ich kann mehr einstecken, aber auch austeilen», sagt Rodriguez.

Austeilen kann er, das wissen seine Gegner:

«Das ist der härteste Sack von Zürich»

Ein Porträt vom 19-jährigen Muay Thai Kämpfer Daniel Rodriguez.

Jeden Tag getrimmt

Nein, einfach war es nicht für ihn, als er in Thailand ankam. Denn erstens verstand er zu Beginn kein Wort, musste immer den Google-Übersetzer benutzen. Und zweitens wurde er gestählt, ans Limit gebracht, Tag für Tag. «Dort bin ich nur am Trainieren, werde getrimmt, habe eigentlich sonst kein Leben. Am Anfang war es sehr hart – und ist es noch immer», sagt Rodriguez. Um sogleich anzufügen: «Aber es macht mir Spass.»

Reich wird er mit seinen gewonnenen Kämpfen in Thailand aber nicht – noch nicht. Zwar muss er für seine Ausbildung im Camp nichts zahlen, dafür muss er jeweils 50 Prozent seiner Siegesgage ans Camp abgeben. Das sei Usus so in Thailand, bestätigt Rodriguez' Trainer. Bei den drei bisherigen Erfolgen gab es je 800 Franken Gage, wovon er also 400 behalten durfte. Sollte er aber den erhofften Titelkampf erhalten, wird Rodriguez in höhere Sphären aufsteigen.

«Ich war ja nicht des Geldes wegen dort», sagt der ehemalige Lehrling in Fachmann Betriebsunterhalt. Der Ehrgeiz treibt ihn an. Noch vor zwei Jahren, als 20 Minuten ein erstes Mal mit einem damals noch scheuen Rodriguez gesprochen hatte, erwiderte er auf die Frage, wo er sich selber in zehn Jahren sähe: «Dann will ich sportlich das Maximum erreicht haben. Das heisst, an der Spitze aller Kämpfer angelangt sein, also der Stärkste in meiner Gewichtsklasse sein – weltweit.»

Wie sieht das heute aus? Ganz selbstbewusst antwortet er: «Ich denke, das ist bereits vorher möglich.» Ob er bis dahin ebenfalls ohne Narben auskommen wird, darf stark bezweifelt werden.

26.Kampf

Dani Rodriguez trifft an «Fight Time» in Recherswil (SO) in der Kategorie bis 70 kg auf Florian Bréau. Der Franzose ist 27 Jahre alt und hat bisher 31 Muay-Thai-Kämpfe bestritten. Sein Kampfrekord liegt bei 17:14.

Dani Rodriguez ist auch auf Instagram zu finden, wo er regelmässig von seiner Entwicklung in Thailand berichtet.

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