Aktualisiert 22.04.2014 15:01

Südsudan25'000 Menschen suchen Schutz in UN-Gebäude

Die Wasservorräte sind knapp und auf eine Toilette kommen 350 Menschen – in der südsudanesischen Stadt Bentiu sind offenbar Tausende vor ethnisch motivierter Gewalt in ein UN-Gebäude geflüchtet.

Nach einem Massaker im Südsudan sind über 20'000 Menschen in die UN-Vertretung in Bentiu geflüchtet, um dort Schutz zu suchen. Das Bild stammt vom Januar aus der Stadt Bentiu, die damals schon von Unruhen erschüttert wurde.

Nach einem Massaker im Südsudan sind über 20'000 Menschen in die UN-Vertretung in Bentiu geflüchtet, um dort Schutz zu suchen. Das Bild stammt vom Januar aus der Stadt Bentiu, die damals schon von Unruhen erschüttert wurde.

Nach einem offenbar ethnisch motivierten Massaker im Südsudan suchen Tausende Flüchtlinge in einem Gebäude der Vereinten Nationen Schutz. In der Vertretung in Bentiu hielten sich bereits rund 25'000 Menschen auf, teilte UN-Mitarbeiter Toby Lanzer am Dienstag mit. Nun drohen seinen Angaben zufolge Versorgungsengpässe:Die Wasservorräte sind knapp und auf eine Toilette kommen 350 Menschen. Das Risiko von Krankheitsausbrüchen in dem Gebäude sei enorm, warnte er.

Nach dem Angriff von Rebellen am 15. April habe er ganze Leichenhaufen in Bentiu, der Hauptstadt des Staates Unity, gesehen, sagte Lanzer. Nun befürchteten die Menschen weiteres Blutvergiessen. Am Vortag hatten die UN mitgeteilt, dass Bewaffnete mehr als 200 Menschen getötet hätten.

Die Angreifer, ethnische Nuer, hätten ein Krankenhaus, eine Moschee und eine Kirche abgesucht und Hunderte Zivilisten getötet, nachdem sie ihre ethnische Herkunft und ihre Nationalität bestimmt hätten, hiess es. Überdies hätten Anhänger der Nuer-Rebellen über das Radio Männer zu sexueller Gewalt gegen Frauen aus anderen Volksgruppen aufgerufen. Auch Nuer seien getötet worden, weil sie sich geweigert hätten, die einmarschierenden Rebellen zu bejubeln.

Im Südsudan bekämpfen sich seit Dezember 2013 Angehörige des Stammes der Nuer und des Stammes der Dinka, zu denen auch Präsident Salva Kiir gehört. Dieser hatte im vergangenen Juli den früheren Vizepräsidenten Riek Machar, einen Nuer, entlassen. Im Dezember warf Kiir ihm einen Putschversuch vor, was dieser bestritt. Ihr Machtkampf löste die jetzt herrschende Gewalt zwischen den beiden Stämmen aus. (sda)

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