Kämpfe im Irak: 25 Al-Kaida-Kämpfer durch Luftangriff getötet
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Kämpfe im Irak25 Al-Kaida-Kämpfer durch Luftangriff getötet

In der irakischen Stadt Anbar tötete ein Luftangriff 25 Kämpfer der Al-Kaida. Die Luftwaffe traf die Einsatzzentrale der Terroristen in Ramadi.

Im Kampf gegen sunnitische Extremisten in der Provinz Anbar erzielt die irakische Armee offenbar einen grösseren Erfolg. Die Regierung beschliesst, das Land vom Terrorismus zu «reinigen».

Bei einem Luftangriff des irakischen Militärs in der umkämpften Provinz Anbar sind 25 Al-Kaida-Kämpfer getötet worden. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag. Die irakische Luftwaffe traf den Angaben zufolge die Kommandozentrale der sunnitischen Terroristen nahe der Provinzhauptstadt Ramadi. Die schiitisch geführte irakische Regierung kam am Dienstag zu einer Krisensitzung zusammen. In einer Erklärung hiess es anschliessend, die Militäroperation gegen die Extremisten gehe weiter, bis der Irak vom Terrorismus «gereinigt» sei.

Ziel: Gottesstaat in Irak und Syrien

In der Provinz Anbar halten die Kämpfer des Al-Kaida-Ablegers Islamischer Staat in Irak und Syrien (ISIS) seit ihrer vor knapp einer Woche gestarteten Offensive seit einigen Tagen die Städte Falludscha und Ramadi teilweise unter ihrer Kontrolle. Ihr Ziel ist es, in Irak und Syrien einen Gottesstaat islamistischer Prägung zu schaffen. Irakische Truppen versuchen seitdem mit Hilfe von Angehörigen sunnitischer Stämme, diese beiden Schlüsselstädte von den Extremisten zu befreien.

Die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki rief in ihrer Erklärung alle Iraker dazu auf, alle Kräfte zu mobilisieren, um die Armee und die Sicherheitskräfte zu unterstützen, die «Terroristen zu vertreiben». Die USA wollen 100 weitere Hellfire-Raketen und zehn Aufklärungsdrohnen in das Land senden, wie ein Sprecher des Pentagons bereits am Montag mitteilte.

Zwei tote und fünf verletzte Zivilisten

Vor dem Luftangriff hatte es Kämpfe zwischen der Armee und den Extremisten gegeben, unter anderem 20 Kilometer westlich von Falludscha. Zwei Zivilisten starben im Süden von Falludscha, als sie zwischen die Fronten gerieten, wie ein Arzt berichtete. Fünf Menschen, darunter zwei Kinder, seien dabei verletzt worden.

Die Zahl der Toten beim Luftangriff der irakischen Armee konnte nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums zitierte Berichte des Geheimdienstes, wonach 25 Extremisten getötet worden seien.

Mit Sprengstoff beladener Lastwagen in Polizeirevier

Unabhängig von den Kämpfen in Anbar gab es auch am Dienstag wieder mehrere Anschläge im Irak, die ebenfalls auf das Konto sunnitischer Extremisten gehen dürften. Dabei starben mindestens vier Menschen, mehr als 50 wurden verletzt. In der nördlichen Stadt Kirkuk steuerte ein Selbstmordattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in ein Polizeirevier, wie ein örtlicher Behördensprecher am Dienstag sagte. Zwei Menschen kamen ums Leben, 55 wurden verletzt.

Jeweils mindestens ein Mensch wurde den Angaben zufolge zudem bei der Explosion einer Bombe am Strassenrand südöstlich von Bagdad sowie bei einer weiteren Detonation in einem Vorort der Hauptstadt getötet.

Sunniten protestieren bereits seit längerem wieder gegen die schiitisch geführte Regierung, die sie ihrer Meinung nach diskriminierend behandelt. 2013 kamen nach UN-Angaben 8 868 Menschen ums Leben und damit so viele wie seit dem Höhepunkt der religiösen Gewalt 2007 nicht mehr. (sda)

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