Aktualisiert 16.11.2013 22:45

Globale Studie 25-Jährige sind am häufigsten depressiv

Eine Untersuchung zeigt, in welchen Ländern welche Altersgruppen an Depressionen leiden: Vor allem Junge sind davon betroffen.

von
hüt

Wer vermutet, Depressionen seien eine mögliche Begleiterscheinung von Materialismus und Wohlstand und kämen folglich vorwiegend in westlichen Ländern vor, liegt falsch, wie eine Studie aus Neuseeland zeigt. Im Rahmen des Projekts «Global Burden Disease» (GBD) untersuchten Wissenschaftler wie viele Menschen weltweit an einer depressiven Störung leiden – aufgeteilt nach Land, Geschlecht und Alter. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen in Nordafrika und im Nahen Osten häufiger von Depressionen betroffen sind als solche in wohlhabenden Ländern wie Australien, Grossbritannien oder Japan. Wichtig zu wissen: Die Forscher haben ihre Daten bis zum Jahr 2010 gesammelt - vor dem arabischen Frühling.

Ein Blick auf Europa zeigt, dass England, Ungarn, Slowenien, Bosnien-Herzegowina und Tschechien die Länder mit der tiefsten Depressionsrate sind. Deutlich häufiger kommt die psychische Störung dagegen in Kroatien, den Niederlanden und der Schweiz vor. Den Begriff der Depression definierten die Forscher als überwältigendes Gefühl von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, das Monate oder Jahre andauern kann. Betroffene glauben, dass das Leben keinen Wert mehr hat und verlieren das Interesse an jeglichen Aktivitäten.

Zufriedener mit steigendem Alter

Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie betrifft die Verteilung nach Geschlecht und Altersgruppen. Am häufigsten leiden Menschen zwischen dem 20. und 24. Lebensjahr an Depressionen, dicht gefolgt von der Gruppe der 25- bis 29-Jährigen. Mit steigendem Alter scheint es den Menschen in dieser Hinsicht besser zu gehen: Ab dem 60. Lebensjahr nimmt die Anzahl der Betroffenen deutlich ab. Was schon etliche Studien zuvor gezeigt haben, bestätigt auch diese: Frauen sind zweimal so häufig depressiv wie Männer.

Dass heute mehr Menschen von Depressionen heimgesucht werden als früher, können die Autoren der Studie nicht unterschreiben. Die Unterschiede zwischen 1990 und 2010 erklären sie sich mit dem Wachstum der Bevölkerung und der steigenden Lebenserwartung. «Im Gegensatz zur jüngsten Literatur zum Thema weisen unsere Ergebnisse darauf hin, dass die Epidemiologie sowohl von schweren, kürzeren als auch von milderen, chronischen Depressionen relativ stabil blieb im Laufe der Zeit», schreiben die Forscher. Die komplette Studie mit weiteren Ergebnissen und Erklärungen finden Sie hier >>

Global Burden of Disease

Das Projekt Global Burden of Disease (GBD) untersucht die Quantifizierung von Todesfällen, Krankheiten, Behinderungen und Risikofaktoren, aufgeteilt nach Regionen und Bevölkerungsgruppen. Ins Leben gerufen wurde die Studie von der Harvard Universität, der Weltgesundheitsorganisation und der Weltbank im Jahre 1992.

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