22.07.2014 04:17

Zürich-Höngg

25 Kindergärtler in einer Klasse - Eltern verärgert

In Zürich-Höngg startet im August eine Chindsgi-Klasse mit nicht weniger als 25 Schülern. Erlaubt wären 21. Eltern überlegen sich nun, dagegen vorzugehen - doch das wird schwierig.

von
som
In Ausnahmefällen darf ein Zürcher Kindergarten auch mehr als 21 Kinder pro Klasse aufnehmen.

In Ausnahmefällen darf ein Zürcher Kindergarten auch mehr als 21 Kinder pro Klasse aufnehmen.

Reto P.* konnte es kaum glauben, als er die Klassenliste seines Sohnes sah. «Er wird ab Sommer zusammen mit 24 anderen Kindergärtlern unterrichtet.» Dies sei unheimlich viel: «Eine Lehrperson kann gar nicht auf so viele kleine Kinder anständig aufpassen.» Er überlegt sich gar, ob er mit anderen Eltern gegen die Klassengrösse vorgehen will.

Dies wird nicht einfach werden, obwohl laut Urs Meier, stv. Chef des Zürcher Volksschulamtes, eigentlich eine Lehrperson nicht mehr als 21 Kindergärtler unterrichten darf. Denn im Ausnahmefall könne man dies überschreiten - im Kanton Zürich gab es im letzten Schuljahr bei 17 von 1406 Klassen 25 und mehr Kindergärtler: «Dann braucht es aber für einen Teil des Unterrichtes zusätzliches Personal.»

«Optimale Förderung bleibt auf der Strecke»

In Zürich-Höngg schaut man in der ersten Woche nach den Sommerferien, wie die Kindergärtnerin unterstützt werden kann, wie der Präsident der Kreisschulpflege Waidberg, Urs Berger, sagt: «Möglich wäre, dass an einem Morgen eine zusätzliche Lehrperson kommt.» Dass die Klassengrösse nicht ideal ist, sei ihm bewusst: «Wir haben aber nicht genug Kinder für eine zusätzliche Klasse.»

Dies kann auch Beat W. Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerverbandes nachvollziehen. Trotzdem bleibe bei so vielen Kindern die optimale Förderung auf der Strecke: «Da hilft es auch nicht viel, wenn an einem Morgen zwei Lehrpersonen anwesend sind.»

*Name geändert

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