Aktualisiert 29.07.2019 10:00

Bannalp NW

«25 Kühe trampelten auf dem Hund herum»

Mutterkühe trampelten am Dienstag einen Jagdhund zu Tode. Der Vorfall macht dem Besitzer der Herde zu schaffen.

von
daw
1 / 7
Zwischen Bannalp und Schonegg im Kanton Nidwalden ist ein Hund von einer Kuhherde totgetrampelt und sein Halter verletzt worden.

Zwischen Bannalp und Schonegg im Kanton Nidwalden ist ein Hund von einer Kuhherde totgetrampelt und sein Halter verletzt worden.

zvg
Der Besitzer der Kühe ist vom Vorfall stark betroffen.

Der Besitzer der Kühe ist vom Vorfall stark betroffen.

zvg
Er geht davon aus, dass der Hund die Kühe attackierte und diese nur ihre Käber verteidigen wollten.

Er geht davon aus, dass der Hund die Kühe attackierte und diese nur ihre Käber verteidigen wollten.

zvg

Am Mittwoch meldete die Nidwaldner Kantonspolizei, dass ein Hund, der zusammen mit Wanderern zwischen Bannalp und Schonegg unterwegs war, von einer Herde Kühe getötet wurde. Auch ein Wanderer wurde dabei verletzt.

20 Minuten konnte den Älpler ausfindig machen, dem die Viehherde gehört. Bruno Röllin sagt, der Vorfall belaste ihn stark. Als er bei seiner Herde angekommen sei, sei diese ausser Rand und Band gewesen. «50 Stück Vieh, davon 25 Mutterkühe, trampelten auf dem Hund herum. Es traf mich schier der Schlag.» Die Situation sei brandgefährlich gewesen.

«Gehe davon aus, dass er die Kühe angegriffen hat»

Er habe versucht, einen Helikopter zu alarmieren, damit dieser die Herde vertreibe. Als er keinen anfordern konnte, habe er schliesslich die Herde unter Lebensgefahr weglocken können.

Es habe sich um einen Jagdhund gehandelt. Er sei kaum mehr zu erkennen gewesen. «Ich gehe davon aus, dass er die Kühe angegriffen hat.» Er habe noch nie gesehen, dass Kühe so verstört reagiert hätten.

Er kann sich den Vorfall nur so erklären, dass der Wanderer zu wenig Abstand zur Herde gehalten habe – trotz der Warnschilder. «Er hatte die Leine an der Hose festgebunden und konnte den Hund nicht schnell genug loslassen.» Darum sei der Mann ebenfalls unter die Kühe geraten. Zum Glück habe ihm der andere Wanderer geholfen. «Sonst wäre es ganz böse ausgegangen».

Das Problem mit Hunden nimmt zu

Laut der Polizei hat der Hundehalter aber nichts falsch gemacht. Wenn ich Pech habe, muss ich ihm noch einen neuen Hund bezahlen», so Röllin. Er sei aber froh, dass kein Mensch gross zu Schaden gekommen sei.

Er sei seit 37 Jahren auf der Alp. Mit den Hunden werde es aber immer schlimmer. «Für uns ist das ein grosses Problem, da die Mutterkühe die Kälber beschützen wollen.» Er habe schon ein Hundeverbot erwirken wollen. «Man muss ja nicht gerade dort wandern, wo eine Mutterkuhherde weidet.»

Auch ein benachbarter Älpler sagt, es komme zu mehr Konflikten: «Es hat zu viele Hunde und zu wenig Kühe.» Ein Grund für die panische Reaktion vermutet er in der Rückkehr des Wolfes: «Die Mutterkühe probieren, den Nachwuchs zu schützen und können nicht zwischen Hund und Wolf unterscheiden.»

Fehler gefunden?Jetzt melden.