Long Covid: 25 Prozent leiden sechs Monate nach Corona-Infektion noch immer
Publiziert

Long Covid25 Prozent leiden sechs Monate nach Corona-Infektion noch immer

Eine Schweizer Studie hat Corona-Langzeitfolgen untersucht. Sie kommt zum besorgniserregenden Schluss: Ein Viertel der Corona-Infizierten klagt auch nach einem halben Jahr noch über Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder psychische Probleme.

von
Reto Heimann
1 / 8
25 Prozent der Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, klagen auch Monate später noch über Nachwirkungen.

25 Prozent der Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, klagen auch Monate später noch über Nachwirkungen.

20min/Marvin Ancian
Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie unter der Leitung von Milo Puhan.

Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie unter der Leitung von Milo Puhan.

Screenschot Medienkonferenz BAG
Zu den auftretenden Langzeitfolgen gehören Müdigkeit, Kurzatmigkeit und psychische Probleme.

Zu den auftretenden Langzeitfolgen gehören Müdigkeit, Kurzatmigkeit und psychische Probleme.

20min/Thomas Hagnauer

Darum gehts

  • Eine überstandene Corona-Infektion ist oft erst der Anfang des Leidenswegs.

  • Eine Schweizer Studie sagt: Nach einem halben Jahr haben 25 Prozent immer noch unter den Folgen des Virus zu kämpfen.

  • «Unsere Studie zeigt, dass ein grosser Teil der Infizierten eine Form des Post-Covid-Syndroms entwickeln kann», sagen die Forscher – und fordern Direkthilfen für Betroffene.

Long Covid nennt man die Symptome, unter denen Menschen leiden, die das Coronavirus zwar besiegt haben, aber mit den Langzeitfolgen kämpfen. Diese Symptome treten selbst Monate nach der Infektion noch auf. Eine Schweizer Studie hat untersucht, bei wie vielen ehemaligen Corona-Patienten diese Long-Covid-Symptome auftreten und wie sie sich äussern.

Die Resultate sind besorgniserregend, wie die Zeitungen von Tamedia berichten. 25 Prozent der Studienteilnehmer geben an, sich nach sechs bis acht Monaten noch nicht vollständig von der Corona-Infektion erholt zu haben. 80 Prozent dieser Betroffenen klagen zusätzlich über Müdigkeit, Kurzatmigkeit und psychische Probleme wie zum Beispiel Depressionssymptome. Häufig traten die Beschwerden zeitgleich auf.

Zwei bis drei Prozent schwerwiegend

«Unsere Studie zeigt, dass ein grosser Teil der Infizierten eine Form des Post-Covid-Syndroms entwickeln kann», so die Autoren der Studie. Sie weisen darauf hin, dass nicht alle von der Studie beobachteten Probleme zwingend auf eine Erkrankung am Coronavirus zurückzuführen seien. Auch ist die Studie noch nicht von Fachexperten und -expertinnen geprüft worden. Sie wurde zunächst auf einer Preprint-Plattform publiziert.

Der Studienleiter Milo Puhan sagt: «Es dürften insgesamt etwa zwei bis drei Prozent sein, die gravierende medizinische Langzeitprobleme haben.» Das bedeute aber nicht, dass man den Rest einfach so vernachlässigen dürfe. «Auch den anderen geht es nicht gut», sagt Puhan. Der Epidemiologe befürwortet die Schaffung von Anlaufstellen für Betroffene von Long Covid: «Diese sind sehr wichtig», ist Puhan überzeugt.

Eine frühzeitige Planung werde dabei entscheidend sein – gerade wenn man bedenke, dass sich in der Schweiz schon rund 1,5 Millionen Menschen infiziert haben, inklusive Dunkelziffer. Die 431 Teilnehmer stammten alle aus dem Kanton Zürich, wo sie noch vor der zweiten Welle positiv auf das Coronavirus getestet wurden. 20 Prozent mussten dabei hospitalisiert werden, die Hälfte hatte milde bis moderate Symptome, zehn Prozent waren asymptomatisch.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung