Aktualisiert 11.05.2017 15:53

Aufgeflogen25 St.Galler Firmen zahlten Dumpinglöhne

Bei Kontrollen sind im Kanton St. Gallen sind letztes Jahr 25 Firmen aufgeflogen. Sie zahlen ausländischen Kurzaufenthaltern zu tiefe Löhne.

Dumpinglöhne wurden vor allem in Betrieben des verarbeitenden Gewerbes und des Baunebengewerbes bezahlt.

Dumpinglöhne wurden vor allem in Betrieben des verarbeitenden Gewerbes und des Baunebengewerbes bezahlt.

Keystone

Als flankierende Massnahme zum freien Personenverkehr hat die

Tripartite Kommission im Kanton St. Gallen letztes Jahr 366

Betriebe mit ausländischen Kurzaufenthaltern kontrolliert. In 25

Fällen wurden Dumpinglöhne festgestellt.

Betroffen waren 19 ausländische und sechs Schweizer Arbeitgeber.

Bei den ausländischen Firmen handelte es sich vor allem um Betriebe des verarbeitenden Gewerbes und des Baunebengewerbes, wie Roland Lippuner, Geschäftsführer der Tripartiten Kommission, am Donnerstag auf Anfrage sagte. Mit sogenannten Verständigungsverfahren konnte die Kommission bei 13 ausländischen und drei Schweizer Firmen eine Erhöhung der Löhne erwirken.

Gemäss einer Mitteilung der St. Galler Staatskanzlei kontrollierte

die Kommission insgesamt 366 Betriebe (2015: 367 Betriebe), die

total 1371 (1499) meldepflichtige Kurzaufenthalter für maximal 90

Tage beschäftigten. Laut Angaben des Staatssekretariats für

Wirtschaft (Seco) nahm die Zahl solcher Kurzaufenthalter 2016 im

Kanton St. Gallen um acht Prozent zu.

Mehr ausländische Firmen

St. Galler Arbeitgeber beschäftigten insgesamt 9031 meldepflichtige Kurzaufenthalter, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der von ausländischen Firmen entsandten Kurzaufenthalter stieg auf 7610 (+2 Prozent), jene der meldepflichtigen ausländischen Selbständigerwerbenden auf 1421 (+13 Prozent).

Im Vergleich zur ansässigen erwerbstätigen Bevölkerung machten die meldepflichtigen Kurzaufenthalter einen Beschäftigungsanteil von 0,6 Prozent aus. Damit komme ihnen nur eine geringe

volkswirtschaftliche Bedeutung zu, heisst es.

Die Tripartite Kommission hat die Aufgabe, in Branchen ohne

allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu

beobachten, ob orts-, berufs- und branchenübliche Löhne bezahlt

werden. Die Kommission besteht aus je drei Vertretern der

Arbeitnehmer, der Arbeitgeber und des Kantons. (sda)

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