Schweinegrippe: 250 Rekruten unter Quarantäne
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Schweinegrippe250 Rekruten unter Quarantäne

In Freiburg sind zwei Rekruten mit Verdacht auf Schweinegrippe hospitalisiert und isoliert worden. Rund 250 Rekruten und Angestellte der Kaserne La Poya wurden unter Quarantäne gestellt.

Ein 21-jähriger Rekrut hatte sich am Sonntagabend mit Grippesymptomen gemeldet, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sowie der Kantonsarzt mitteilten. Der erkrankte Rekrut hatte Kontakt mit einer aus Mexiko stammenden Person, welche die Symptome der Grippe aufwies und seit mehreren Tagen ebenfalls an Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen litt.

Resultate am Mittwoch

Nach eingehender Abklärung wurde er im Kantonsspital Freiburg isoliert und mit Tamiflu behandelt. Die Symptome haben sich am Montag bereits abgeschwächt und es gehe ihm unterdessen besser. Eine Probe wurde ins Nationale Influenzazentrum nach Genf gesandt. Die Resultate sollen bis am kommenden Mittwoch vorliegen. Am gleichen Abend meldete sich ein Zimmergenosse des Rekruten mit denselben Symptomen. Auch er wurde ins Spital gebracht und dort isoliert.

Da der Rekrut aus dem Kanton Graubünden stammt, wurden die Bündner Gesundheitsbehörden alarmiert. Der Bündner Kantonsarzt Martin Mani gab jedoch auf Anfrage Entwarnung. Mit zwei unerreichten Ausnahmen habe er die Kontaktliste, die er aus Freiburg erhalten habe, abtelefoniert und im Gespräch mit den Betroffenen habe sich ergeben, dass sich niemand im kritischen Zeitfenster befunden habe und alle gesund seien, sagte Mani. Es hätten sich deshalb keine Massnahmen aufgedrängt.

250 Rekruten unter Quarantäne

In Absprache mit dem Freiburger Kantonsarzt hat der Komandant der Nachschub/Rückschub-Rekrutenschule angeordnet, dass alle Angehörigen der Schule das Kasernenareal nicht verlassen dürfen. Angestellte des Waffenplatzes und das militärische Berufspersonal wurden nach Hause geschickt und dort unter Heim-Quarantäne gestellt. Die Quarantäne wird voraussichtlich bis kommenden Mittwoch dauern. Laut VBS waren bereits vergangene Woche drei Armeeangehörige vorsorglich wegen Verdachts auf Schweinegrippe abgeklärt worden. Diese Verdachtsfälle hätten sich aber nicht bestätigt.

Entwarnung gab es am Montag auch für das Stadtzürcher Schulhaus Balgrist, wo ein Schüler wegen Verdachts auf Schweinegrippe abgeklärt worden war. Er leide nur an einer gewöhnlichen Erkrankung, gab das Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich am Montag bekannt. Der Schüler war mit seiner Familie von einem längeren Mexiko-Aufenthalt in die Schweiz zurückgekehrt und habe sich am vergangenen Montag nach dem ersten Schultag nicht wohl gefühlt und über grippeähnliche Symptome geklagt. Bis zur Bekanntgabe der negativen Laborresultate am Sonntag seien der Schüler und dessen Familie zu Hause geblieben.

Schweizweit noch 18 Verdachtsfälle

Gemäss Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Montagmittag wurden in der Schweiz noch 18 Verdachtsfälle auf Schweinegrippe abgeklärt. Betroffen waren die Kantone Aargau, Bern, Graubünden, Waadt, St. Gallen und Zürich. Insgesamt seien bisher 63 Meldungen mit Verdacht auf Schweinegrippe gemeldet worden. In 44 Fällen habe die Krankheit ausgeschlossen werden können. Nach wie vor gibt es damit einen bestätigten Laborbefund von Schweinegrippe. Er betrifft den 19-jährigen Mann, der am Sonntagmorgen aus dem Kantonsspital Baden entlassen worden war.

Quelle: Flutracker.rhizalabs.comGelb: Verdachtsfälle / Orange: Bestätigte Fälle / Rot: Todesfälle / Zahl: Fälle pro Report (dapd)

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