Aktualisiert 07.06.2006 07:42

26 Flüchtlingshelfer rehabilitiert

26 weitere Flüchtlingshelfer aus der Zeit des Nationalsozialismus sind vom Parlament rehabilitiert worden. Sie hatten trotz grosser Risiken Flüchtlingen die Einreise über Schleichwege ermöglicht oder dazu ihre Pflichten als Soldaten oder Grenzbeamte missachtet.

Es handelt sich mehrheitlich um Schweizer und Italiener, die im Zweiten Weltkrieg über 20 Flüchtlingen und mehreren Kriegsgefangenen die Flucht in die Schweiz ermöglichten.

Wie die Kommission am Mittwoch mitteilte, wurden die Strafurteile gegen zwölf Schweizer, zehn Italiener, zwei Franzosen, einen Spanier sowie einen staatenlosen Emigranten nachträglich aufgehoben. Sie hatten trotz grosser Risiken Flüchtlingen die Einreise über Schleichwege ermöglicht oder dazu ihre Pflichten als Soldaten oder Grenzbeamte missachtet. Unter den 26 Rehabilitierten findet sich zum Beispiel Josef Schupp, der 1944 einen Grenzwächter ablenkte, um damit seinem aus der Wehrmacht desertierten Bruder die Flucht in die Schweiz zu ermöglichen. Ebenfalls rehabilitiert wurden zwei italienische Staatsangehörige, die ungefähr 50 alliierte Kriegsgefangene in die Schweiz lotsten, welche zuvor aus deutschen Lagern fliehen konnten.

Basis für die Rehabilitierung ist das seit 2004 geltende Bundesgesetz über die Aufhebung von Strafurteilen gegen Personen, die zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Menschen zur Flucht verhalfen. Gestützt auf dieses Gesetz sind in der Schweiz bisher 108 Flüchtlingshelfer rehabilitiert worden. (dapd)

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