26 Jahre unschuldig in Haft
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26 Jahre unschuldig in Haft

Charles Chatman verbrachte die meiste Zeit seines Lebens hinter Gittern. 1981 war der heute 47-Jährige in Dallas wegen Vergewaltigung einer Nachbarin verurteilt wurden. Erst jetzt hat eine DNA-Analyse seine Unschuld bewiesen.

Chatman wurde am Donnerstag aufgrund der Empfehlung eines Richters aus der Haft entlassen. Er war als 20-Jähriger wegen Vergewaltigung einer in seiner Nachbarschaft lebenden Frau verhaftet worden. Das Opfer hatte ihn als Täter identifiziert, obwohl Chatman stets seine Unschuld beteuert und betont hatte, er kenne die Frau nicht. Die Geschworenen des Bezirksgerichts von Dallas verurteilten ihn zu 99 Jahren Gefängnis.

Nun hat eine DNA-Analyse gezeigt, dass er nicht der Täter sein kann. Charles Chatman ist der letzte von mehr als 30 Häftlingen, die im Bundesstaat Texas seit 2001 aufgrund von DNA-Tests freigelassen wurden. Er hat von allen die längste Zeit hinter Gittern verbracht. Allein der Bezirk Dallas ist für 15 dieser Fälle verantwortlich – ein unrühmlicher nationaler Rekord.

Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass im Polizeilabor von Dallas im Gegensatz zu vielen anderen Orten biologisches Beweismaterial über lange Zeit aufbewahrt wird. Dadurch lassen sich mit den heutigen Testmethoden auch Verbrechen überprüfen, die Jahrzehnte zurückliegen. Staatsanwalt Craig Watkins gibt allerdings zu, dass die vielen Fälle auch auf die aggressive Art früherer Ankläger zurück gehen, die um jeden Preis Verurteilungen erreichen wollten.

«Verbittert und zornig»

Charles Chatman machte nach seiner Entlassung keinen Hehl aus seinen Emotionen: «Ich bin verbittert und zornig.» Er wolle aber keine Rache. Während der langen Zeit im Gefängnis habe sein Glaube ihm dabei geholfen, nicht aufzugeben.

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