Organhandel: 27 Jahre Haft für 27-Jährigen
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Organhandel27 Jahre Haft für 27-Jährigen

Er öffnete Leichen, entnahm ihnen Organe und ersetzte sie mit behelfsmässigen Attrappen. Die Leichenteile verkaufte die Bande von Organhändlern mit Millionengewinn. Jetzt hat ein New Yorker Gericht ein erstes Urteil gefällt - und das ist drastisch ausgefallen.

Im Skandal um einen grossangelegten illegalen Organhandel hat ein New Yorker Gericht einen 27-jährigen Zahnharztgehilfen zu 27 Jahren Haft wegen der heimlichen Organentnahme bei über 1000 Leichen verurteilt.

Der Zahnarztgehilfe und seine drei Komplizen, darunter ein ehemaliger Zahnarzt und ein Bestattungsunternehmer, wurden 2006 wegen des Diebstahls von Knochen, Organen und Zellgewebe Verstorbener angeklagt. Sie sollen damit Millionen von Dollar verdient haben.

Der ehemalige Zahnarzt und ein Angestellter plädierten im März auf schuldig - ihr Urteil soll zu einem späteren Zeitpunkt ergehen. Der Fall des Bestattungsunternehmers wird derzeit noch verhandelt.

Während des Prozesses beschrieb der Staatsanwalt von Brooklyn, Charles Hynes, detailliert das Vorgehen der vier Angeklagten. Mehr als fünf Jahre lang sollen sie sich mit Hilfe gefälschter Totenscheine und Organspenderausweise bei 1077 Leichen bedient haben.

Um ihre kriminellen Machenschaften zu kaschieren, versteckten sie sogar Beweismaterial wie OP-Handschuhe oder Schürzen in den aufgeschnittenen Leichen, bevor sie die Körper wieder zunähten. Entnommene Knochen ersetzten sie durch PVC-Rohre, damit die Leichen bei der Beerdigung äusserlich normal aussahen. Hynes sagte damals, die Vorfälle erinnerten ihn an «einen billigen Horrorfilm».

Prominentestes Opfer war der BBC-Radiojournalist Alistair Cooke. Er war 2004 im Alter von 95 Jahren an Lungenkrebs in New York gestorben. Die Angeklagten hatten aber die von ihm gestohlenen Körperteile so deklariert, als stammten sie von einem gesunden 85- Jährigen, der an Herzversagen gestorben war. (sda)

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