Aktualisiert 09.07.2006 19:43

27 und kein bisschen leise – die G-Klasse von Mercedes

Laut Netdoktor.de sorgt der G-Punkt bei Frauen für besonders intensive Höhepunkte. Bei Männern genügt auch schon mal ein Auto. Beispielsweise die
G-Klasse von Mercedes – nach dem Training bei AMG.

«Mit neuer Energie geht die legendäre G-Klasse in ihr 27. Produktionsjahr», freut sich Mercedes. «Doch der Geländewagen-Klassiker be-wahrt auch nach der aktuellsten Verjüngungskur seine markante Figur und baut auf das hochbelastbare Fundament von 1979.

Gleichzeitig erhält der Urvater aller Mercedes-Benz-SUVs ein hochmodernes Dieseltriebwerk mit 224 PS und serienmässigem Dieselpartikelfilter.»

Gut so. Doch in Westeuropa und in den USA hat sich die G-Klasse längst vom Förster-Gefährt zum Lifestyle-Gadget hochgewühlt. Aber wenn schon Lifestyle, dann richtig. Richtig heisst in diesem Falle G 55 AMG.

Wer AMG kennt, der weiss: Hier kommt ein Donnerwetter – in Zahlen: 476 PS und ein Drehmoment von 700 Newtonmetern machen aus der fahrenden «Wohnwand» einen Sportler. Der Koloss beschleunigt in knapp sechs Sekunden auf Tempo 100.

Doch obwohl das einst so karge Interieur mit allen tauglichen (Leder) und un-tauglichen (Holz-Applikationen) Mitteln aufgepeppt worden ist, bleibt auch der AMG im Herzen und auf der Strasse ein Geländewagen.

Zwar lässt sich der G 55 AMG flink bewegen, doch am wohlsten fühlt man sich beim entspannten Cruisen: Zwischen 1500 und 2500 Touren brabbelt der mit Kompressor aufgeladene V8 am schönsten, der Benzinverbrauch bleibt unter 20 Liter und die Frage, wie man einen 2,5-Tonnen-Koloss bremst, bleibt zweitrangig. Denn wer am G-Punkt des G 55 AMG spielt, braucht trotz elektronischen Helfern eine erfahrene Hand.

Unabhängig von den fetten Reifen, Sidepipes und anderen Lifestyle-Attributen ist die extreme Geländetauglichkeit geblieben. Der G bietet auch heute noch ein Steigvermögen von bis zu 80 Prozent, 54 Prozent Schräglage, 21 Zentimeter konstante Bodenfreiheit und Böschungswinkel von 36 Grad vorn und 27 Grad hinten.

Doch wer sich den G als AMG-Modell bestellt, der hat fürs Gelände nichts übrig und braucht das Ur-Tier nicht als Lastesel, sondern als Showmobil. Und weil das so ist, er-übrigt sich auch die Frage nach Sinn oder Unsinn dieses Gefährts. Denn leisten können sich den G 55 AMG, der auch in Sachen Energieeffizienz in der Klasse G fährt, ohnenhin nur die wenigsten – unter 176 300 Franken läuft nichts. Ein G ist halt schon immer kostspielig gewesen. Punkt.

Dieter Liechti (Textlab)

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