Aktualisiert 28.06.2011 16:29

«Big Beautiful Women»

270 Kilo Sex-Appeal

Für Philippe kann eine Frau nicht füllig genug sein. Er ist ein «Feeder» und seine grosse Liebe die dickste Mutter der Welt. Eine Doku hat sich den Fett-Fetischisten und ihren Lustobjekten gewidmet.

von
bbe

Donna Simpson sitzt unter der Dusche und wirkt wie ein gestrandeter Wal. Ihr Freund Philippe schrubbt ihren Körper, hievt ihre immensen Fettschichten hoch und erzählt stolz: «Das ist ein sehr intimer Moment für uns.» Dieses Mal stört die Kamera des RTL-Magazins «Extra» das frühmorgendliche Idyll.

Alleine Duschen? Unmöglich.

Ein Reporter besuchte die laut Guinness-Buch «dickste Mutter der Welt» in ihrem Haus in New Jersey. Donna duscht nicht selbst, weil sie über 270 Kilogramm wiegt und sich kaum mehr bewegen kann. Die 42-Jährige gehört zu den «Big Beautiful Women (BBW)» und verdient ihr Geld mit ihrer Webseite, auf der sie mit erotischen Bildern von sich ein Special Interest-Publikum bedient.

Ihr Lebensziel: 450 Kilogramm wiegen. Dann ist sie endlich die dickste Frau der Welt. Donna zu RTL: «Meine Fans haben mir versprochen, dass sie mir ein Haus kaufen und für meinen Unterhalt sorgen würden», erzählt sie stolz. Sie pfeift auf die gesundheitlichen Auswirkungen, auch darauf, dass sie sich dann kaum mehr um ihre kleine Tochter kümmern kann. Solange die Fans ihre Fettpolster lieben und sie sich für rund 600 Dollar pro Woche Lebensmittel kaufen kann? Was solls. Und Philippe steht schliesslich auf ihre Pfunde – gesundheitsgefährdend oder nicht.

200 000 Dollar dank sexy Bildern

Für die einen gehört der ehemalige Botschaftsmitarbeiter, der angeblich sieben Sprachen spricht, einfach zu der Sorte Mann, die auf pfundige Frauen stehen. Andere halten ihn für einen perversen Spinner. Denn Philippe ist ein «Feeder», ein Mann, dem es sexuelle Lust verschafft, seine Liebste zu mästen, den es erfreut, mit ihren Fettwülsten zu spielen. So kann er sich nichts Schöneres vorstellen, als sich an Donnas «weiche Haut zu kuscheln und ihren weichen Körper zu spüren». Mit seiner Vorliebe für dicke Frauen steht der zweifache Vater nicht alleine da. In Amerika boomt die Branche. So verdient BBW-Spezialistin Jenny jährlich rund 200 000 Dollar mit der Vermarktung einschlägiger Webseiten ihrer Kolleginnen.

Auf Seiten wie «Supersizedbombshells» bekommen Fans Zugang zu unzähligen Bildern der üppigen Schönheiten. Zudem organisiert die üppige Blondine BBW-Treffen in Hotels. Dort präsentieren die Damen am Pool ihre grössten Argumente und die Herren suchen sich ihr Herzblatt aus. Sogar Sex-Orgien soll es dort geben. Und natürlich den alljährlichen Po-Wettbewerb. Die Frau mit dem besten Hintern darf sich ein Jahr lang Po des Jahres nennen. Ein Titel, der Clicks bringt.

43 Sushi-Häppchen als Vorspeise

Vor diesem Hintergrund ist irrelevant, dass die Damen, die während des Wettbewerbs sexy mit dem Hintern wackeln, im richtigen Leben kaum einen Schritt gehen können. So schälte sich die diesjährige Gewinnerin Minuten, bevor sie tanzte, wie ein zartes Fohlen mit viel Mühe aus dem als Behinderten-Gefährt klassifizierten Auto. Die Immobilität stört die Damen aber angeblich nicht. Sie fühlen sich laut Donna sexy und stehen zu ihren üppigen Körperformen. Auch dann, wenn die Spitzen des Alltags sie mitten ins Herz treffen. Der RTL-Reporter geht mit Donna in ein «All You Can Eat»-Sushi-Restaurant. Sie bestellt sich 43 Sushi-Häppchen – zur Vorspeise. Die Restaurantchefin wirft sie aus ihrem Etablissement: «Wegen Leuten wie dir gehe ich pleite», beklagt sie sich. Die Anfeindungen prallen an Donna ab. Sie hat mittlerweile ein dickes Fell.

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