Aktualisiert 10.06.2015 21:12

Schweiz - Liechtenstein

3:0 – Nati tankt Selbstvertrauen

Die Schweizer Nati fährt gegen Liechtenstein einen ungefährdeten 3:0-Erfolg ein. Einziger Kritikpunkt ist die mangelnde Chancenverwertung.

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Test geglückt: Die Schweiz schlägt Liechtenstein diskussionslos 3:0.

Test geglückt: Die Schweiz schlägt Liechtenstein diskussionslos 3:0.

FreshFocus/Christian Pfander
Blerim Dzemaili trifft in der 29. Minute nach einem Zuckerpass von Xherdan Shaqiri zum 1:0. In der 68. Minute triff er herrlich per Freistoss zum 3:0-Schlussresultat.

Blerim Dzemaili trifft in der 29. Minute nach einem Zuckerpass von Xherdan Shaqiri zum 1:0. In der 68. Minute triff er herrlich per Freistoss zum 3:0-Schlussresultat.

FreshFocus/urs Lindt
Xherdan Shaqiri zeigt bis zu seiner Auswechslung eine starke Partie und krönt seine Leistung mit einem sehenswerten Weitschuss zum 2:0 in der 60. Minute.

Xherdan Shaqiri zeigt bis zu seiner Auswechslung eine starke Partie und krönt seine Leistung mit einem sehenswerten Weitschuss zum 2:0 in der 60. Minute.

epa/Peter Klaunzer

Das Test-Ergebnis fiel zu knapp, aber zweifellos zufriedenstellend aus. Die Schweizer haben sich für die nächste Aufgabe in der EM-Kampagne in Litauen am kommenden Sonntag wie gewünscht warmgespielt - ohne Ausfälle, aber mit der Gewissheit, nach einer kräftezehrenden Saison bereit zu sein.

So gross der Aufwand war für das 1:0 in der 29. Minute, so stilsicher verschafften sich die Schweizer ihren ersten Vorteil. Xherdan Shaqiri hatte einen Kontrahenten nach dem anderen ausgetrickst, ehe er mit einem exzellenten Steilzuspiel Blerim Dzemaili den Weg zum vierten Treffer im 41. Länderspiel vorspurte. Shaqiri seinerseits erhöhte mit einem wunderbaren Hocheckschuss auf 2:0, Dzemaili verwöhnte die 8100 Zuschauer mit einem sehenswerten Freistoss in der 68. Minute zum 3:0.

Der eher dritt- als zweitklassige Herausforderer um den bald 41-jährigen Captain Mario Frick, vor Kurzem mit dem Reserve-Team von Balzers in den Niederungen der 3. Liga engagiert, war von der ersten bis zur letzten Sekunde chancenlos. Die achte Niederlage im achten Vergleich mit der Schweiz hätte weitaus deutlicher ausfallen können. Phasenweise musste sich die bei internationalen Auftritten selten desolate Mini-Fussball-Nation vorführen lassen wie lange nicht mehr.

Dauerhafte Schweizer Umklammerung

An einem lockeren Sparring waren die Schweizer keineswegs interessiert. Sie setzten den krassen Aussenseiter von der ersten Minute an unter Druck. Bereits der erste Schuss Kasamis prallte von der Latte zurück, in der Folge belagerten die Gastgeber den Strafraum Liechtensteins regelrecht. Praktisch im Vier-Minuten-Takt erspielte sich Petkovics Auswahl erstklassige Chancen.

Die ungewohnte Plastikunterlage war aus Schweizer Optik kein Thema. Sie beschleunigten das Spiel mehr denn je seit der Amtsübernahme Petkovics. Nur ein Manko schüttelten sie auch auf dem Kunstrasen trotz teilweise erdrückender Dominanz in der ersten Hälfte nicht ab: Für das erste Tor Dzemailis benötigte die Nummer 11 des Fifa-Rankings gegen die 129 zwölf Chancen.

Sieben Veränderungen

Petkovic nominierte im Vergleich zur letzten EM-Ausscheidungspartie gegen Estland (3:0) im März eine auf sieben Positionen veränderte Mannschaft. Vom Stamm gehörten nur CL-Finalist Stephan Lichtsteiner, Josip Drmic, Xherdan Shaqiri und Valon Behrami zur Startformation. Mit derart vielen Umstellungen war nicht zu rechnen gewesen. Trotzdem funktionierte das Kollektiv in der ersten Halbzeit vorzüglich.

Die Vorgaben des Trainers setzten die Schweizer auch in unüblicher Aufstellung um - auch weil Shaqiri das Spiel teilweise in überzeugendem Stil lenkte. Der bei Inter in der Serie-A-Schlussphase zur Randfigur degradierte Regisseur liess sich die Tristesse der letzten Monate nicht anmerken.

Dzemailis Werbung in eigener Sache

Als eigentlicher Gewinner eines Abends ohne tiefgründige neue Erkenntnisse durfte sich Dzemaili fühlen. Das erste Jahr bei Galatasaray ist sportlich zwar gut verlaufen, zum Double-Gewinn trug der Mittelfeldspieler indes wenig bei. Der Zürcher hat in Istanbul bis anhin wenig Spuren hinterlassen. Innerhalb von 68 Minuten traf er in Thun doppelt so oft wie zuvor während der gesamten Süperlig-Saison.

Dzemaili hat Petkovic signalisiert, in Form zu sein. Andere wie beispielsweise der Freiburger Bundesliga-Absteiger Admir Mehmedi hingegen fanden auch gegen unterklassige Gegenspieler keine Lösung. Viele hingegen waren kaum richtig zu beurteilen. Rückkehrer Timm Klose wurde in der Innenverteidigung nicht vor ein einziges Problem gestellt.

Schweiz - Liechtenstein 3:0 (1:0)

Stockhorn-Arena, Thun. - 8100 Zuschauer. - SR Trutz (Slk).

Tore: 29. Dzemaili (Shaqiri) 1:0. 60. Shaqiri 2:0. 68. Dzemaili (Freistoss) 3:0.

Schweiz: Hitz; Lichtsteiner (46. Widmer), Klose, Von Bergen (46. Djourou), Moubandje; Kasami, Behrami (46. Fernandes), Dzemaili (74. Lang); Drmic (46. Stocker), Shaqiri (63. Embolo), Mehmedi.

Liechtenstein: Jehle (46. Bicer); Yildiz, Frick, Kaufmann, Oehri (67. Wolfinger); Polverino; Christen, Hasler (63. Gubser), Martin Büchel (77. Kieber), Burgmeier (80. Brändle); Kühne (53. Salanovic).

Bemerkungen: Schweiz ohne Bürki (verletzt), Schär, Frei (beide auf der Tribüne), Sommer, Mvogo, Inler, Seferovic, Xhaka, Rodriguez (alle Ersatz). 1. (0:51) Lattenschuss von Kasami. 21. Flanke von Lichtsteiner gegen die Latte. 85. Bicer lenkt Schuss von Kasami gegen den Pfosten.

(si)

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