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Billige Arbeitskräfte3.75 Franken Stundenlohn für Coop-Pronto-Praktikanten

Obwohl sie teilweise die gleichen Arbeiten wie voll bezahlte Kollegen erledigen, erhalten Schulabgänger bei Coop-Pronto-Shops nur 30 Franken am Tag.

von
chk
Coop Mineralöl AG rät von Praktikanten ab: Eine Filiale von Coop Pronto. (Archivbild)

Coop Mineralöl AG rät von Praktikanten ab: Eine Filiale von Coop Pronto. (Archivbild)

In Coop-Pronto-Shops arbeiten Schulabgänger für 30 Franken pro Tag, erledigen aber teilweise die gleichen Arbeiten wie ihre voll bezahlten Kollegen, wie die «Schweiz am Sonntag» in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.

Coop Mineralöl AG rät ihren Coop-Pronto-Franchise-Partnern «klar» davon ab, Lehrlinge oder Praktikanten anzustellen, wie eine Sprecherin auf Anfrage des Blattes sagt. Es könne nicht sichergestellt werden, dass die Shopunternehmer die notwendige Zeit für Praktikanten und Lehrlinge aufbrächten.

Manche Shop-Betreiber werden von Berufswahlschulen angegangen. So organisiert etwa in Zürich die städtische Berufswahlschule Viventa für Schüler des 10. Schuljahres Praktika bei Detaillisten, Sportgeschäften oder einem grossen Spielwarenladen. Die Schüler der entsprechenden Klassen arbeiten während eines Jahres drei Tage pro Woche im Laden. Die restlichen zwei Tage gehen sie zur Schule.

Brisant: Das 10. Schuljahr bei Viventa kostet 2400 Franken. Den Lohn des ersten Halbjahres müssen die Praktikanten also als Schulgeld wieder abgeben. Die Gewerkschaft Unia kritisiert die Praktika. «Hier werden junge Menschen, die keine Lehrstelle fanden, als billige Arbeitskräfte missbraucht», sagt Natalie Imboden, die bei der Unia für den Detailhandel verantwortlich ist, zur «Schweiz am Sonntag».

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